Turck Trends der Industriesensorik

Die Radartechnologie kann mehr als nur Messen...

Anwendungsbereiche gibt es viele, von der einzigen bisher etablierten Füllstandserfassung mittels Millimeterwellen über die Objekterkennung – auch als Bewegungsmelder bekannt – bis hin zur Abstandsmessung eben solcher Objekte. Dabei bietet die Radartechnologie einen entscheidenden Vorteil gegenüber den bisher genutzten Technologien zur Abstandsmessung wie etwa Ultraschall: Durch die hochfrequenten elektromagnetischen Wellen werden applikative Grenzen durch ungünstige Umgebungsparameter physikalisch fast eliminiert. Staub, Nebel, Regen oder andere kleine, organische Barrieren wechselwirken nur bedingt mit den Radarwellen und können somit die Abstandsmessung von Zielen, die sich hinter den Barrieren befinden, nicht verhindern. Ultraschall-, Laser- oder Vision-Sensoren müssen hier allesamt passen. Somit bieten sich gerade im Outdoor-Bereich perfekte Einsatzmöglichkeiten für Radarsensoren, egal ob auf Straßen, Feldern, Produktionsanlagen oder in Hafengebieten.

Die Radartechnologie kann aber noch mehr als nur Weg- und Abstandsmessung – Radarsensoren ermöglichen auch Objekterkennung und -erfassung zur Kollisionsvermeidung mit beweglichen oder statischen Objekten. Mit den richtigen Parametern können mittels Radar-Technologie Objekte in ihrem dynamischen Verhalten tiefergehend analysiert werden, um Bewegungstrajektorien qualitativ zu bewerten. Perspektivisch könnten bildgebende Radaranwendungen daher innerhalb der industriellen Automatisierung eine ähnliche Relevanz erleben wie in der Automobilindustrie.

Dezentrale Intelligenz unterstützt modulare Maschinen

Nicht nur der Sensor ist für intelligente Applikationen entscheidend – auch gemeinsam mit einer gut durchdachten Logik können einfache Sensoren viel erreichen. Programmierbare I/O-Module im Feld können die Sensordaten in Kombination mit Applikationswissen zu echten Mehrwertdaten verwandeln und dem Anwender zur Verfügung stellen. Hier profitiert die Industrie von ihren eigenen Erfahrungen und Technologien wie dem Field-Logic-Controller (FLC). Integriert in robusten IP67-Blockmodulen, steht die Intelligenz der FLC direkt an der Maschine zur Verfügung, ohne aufwändige Verkabelung in Schaltkästen. Selbst komplette Codesys-Steuerungen sind heute in dieser Bauform verfügbar, was den Branchentrend zu zunehmend modularen Maschinen- und Anlagenlösungen deutlich unterstützt.

Fazit

Sobald in der Industrie von Sensor- und Automatisierungstrends der Zukunft gesprochen wird, fallen Stichworte wie künstliche Intelligenz, Machine-Learning oder Multifunktionssensoren. Auch wenn Themen wie KI noch nicht wirklich in der Produktionsstrecke angekommen sind, befinden sich andere dank smarter Sensor- und Auswertungslösungen bereits in der Erprobung. Vor allem die funkbasierte Datenübertragung und die Möglichkeiten der Cloud-basierten Datenanalysen sind hier die Treiber für zukunftsorientierte Maschinen, deren Verfügbarkeit und Effizienz mit datengetriebenen Automatisierungsmodellen optimiert werden kann.