Rohde & Schwarz Spektrumanalysator mit Multi-Standard-/Multi-View-Konzept

Der Spektrumanalysator R&S FSW von Rohde & Schwarz erlaubt dank seines Multi-Standard-/Multi-View-Konzepts detaillierte Einblicke in das Signalverhalten.
Der Spektrumanalysator R&S FSW von Rohde & Schwarz erlaubt dank seines Multi-Standard-/Multi-View-Konzepts detaillierte Einblicke in das Signalverhalten.

Mit beachtlichen HF-Eigenschaften und einem in dieser Geräteklasse noch nicht gesehenen intuitiven Bedienkonzept warten die neuen Signal- und Spektrumanalysatoren der Serie R&S FSW von Rohde & Schwarz auf. Dabei setzt der Münchner Messtechnik-Experte auf ein neuartiges Multi-Standard-/Multi-View-Konzept.

Mit weniger als -137 dBc (1Hz) in 10 kHz Trägerabstand erreichen die drei FSW-Modelle (2 Hz bis 8, 13 oder 26,5 GHz) laut Hersteller um bis zu 10 dB geringere Phasenrauschwerte als vergleichbare Analysatoren. Entwicklern neuer breitbandiger WLAN-Standards wie etwa 802.11ac oder von Basisstationen und Komponenten für die mobile Kommunikation kommt die große Demodulations­bandbreite von bis zu 160 MHz zugute, ebenso die neuen Multi-Standard-Radio-Analysefunktionen des R&S FSW: Erstmals lassen sich durch die Kombination dieser beiden Features mehrere Mobilfunk- und Wireless-Standards auf unterschiedlichen Frequenzen gleichzeitig analysieren. Gegenseitige Beeinflussungen zwischen den Standards werden dadurch auf einen Blick erkennbar. Josef Wolf, Leiter des Fachgebiets Spektrumanalyse, Netzwerkanalyse und EMV von Rohde & Schwarz betont die Wichtigkeit dieser neuen Funktion: »Ein Multistandard-Transmittertest, in dem man gleichzeitig viele Signale aufnehmen und parallel analysieren kann, um die Beeinflussung der Signale untereinander zu untersuchen, war ja mit einem konventionellen Spektrumanalysator bislang nicht so ohne weiteres möglich. Aber diese Messungen sind für die Multi-Standard-Basisstationen der Zukunft unverzichtbar.«

Ausgestattet mit der Option FSW-K6 analysieren die neuen Geräte auch gepulste Signale, z.B. für Radaranwendungen. Und dank des niedrigen Eigenrauschens sowie der Fähigkeit, selbst mit schmalen Auflösebandbreiten große Frequenzbereiche in kurzer Zeit zu analysieren, lassen sich auch Nebenwellen rasch aufspüren. »Dabei spielt vor allem die Messgeschwindigkeit eine große Rolle«, betont Wolf. »Der Anwender möchte wissen, wie schnell er eine Nebenwelle mit einem bestimmten Pegel messen kann. Hierbei erreicht der FSW Spitzenwerte. Kein Gerät ist bislang so schnell. Um Ihnen eine Größenordnung zu geben: Wir sind jetzt gegenüber unserer vorherigen Generation bis zu 30-mal schneller.«

Intuitives Bedienkonzept

In dieser Geräteklasse noch nicht gesehen ist das intuitive Bedienkonzept, basierend auf dem 12,1-Zoll-Touchscreen. Zwar kann der Anwender die Einstellungen immer noch wie gewohnt am Gerät selber vornehmen, einfacher geht es jedoch auf dem Screen. Dabei unterstützt ihn ein Dialogfenster mit transparent über dem Signal dargestellten Menüinhalten. Die Hierarchien sind flach gehalten, auf Untermenüs wurde größtenteils verzichtet. Über den »Overview«-Button gelangt der Anwender auf ein Blockdiagramm, in dem er unter anderem den darzustellenden Frequenzbereich definieren und alle grundlegenden Parameter einstellen kann. Messanwendungen und Ergebnisdarstellungen lassen sich einfach per Fingerzeig von der Menüleiste auf den Screen ziehen. Will man einen Frequenzbereich heranzoomen, reicht eine Fingerbewegung über den interessierenden Bereich und das Gerät öffnet zusätzlich zur Übersicht des großen Signalbereiches den Zoom in einem neuen Fenster. Es sind auch mehrere Zooms möglich. Der Anwender kann die Ansichten und Zooms in verschiedenen Fenstern erstellen und diese beliebig in Größe und Position auf dem Screen verändern, um sich auf den jeweils relevanten Ausschnitt zu konzentrieren. Darüber hinaus stellt das Gerät unterschiedliche Analysen eines Signals dar. So kann der Anwender neben dem eigentlichen Spektrum auch ein Spektrogramm anschauen, dazu eine Vektordarstellung der IQ-Daten, etc. Er kann jedes Fenster einzeln ansehen oder alle nebeneinander angeordnet. Rohde & Schwarz nennt dieses Konzept »MultiView«. Die Vorteile dabei: Selbst bei komplexesten Signalanalysen behält der Anwender den Überblick, Fehler sind leichter auffindbar. Auch das Umschalten zwischen den Ansichten erfolgt per einfachem Fingerzeig. Eine weitere Funktion ermöglicht die sequentielle Aktualisierung aller Messungen.

Auch das Thema Aufrüstbarkeit hat Rohde & Schwarz bei der Entwicklung des neuen Analysators berücksichtigt. »Die Kunden erwarten das heutzutage einfach von uns«, sagt Roland Steffen, Executive Vice President and Head of Test and Measurement von Rohde & Schwarz. »Mit dem neuen R&S FSW sorgen wir für Zukunfts- und Investitionssicherheit auf Seiten des Kunden.« Dass das so ist, dafür sorgt der modulare Aufbau, zu erkennen an der Geräterückseite. Hier sind unter anderem das Reference Board, das digitale Backend mit optionalen Bandbreiten von 28, 40 oder 80 MHz, eine austauschbare CPU, das Power Supply und eine herausnehmbare Solid-State-Festplatte angesiedelt. Entsprechend seiner Anforderungen kann der Anwender die einzelnen Elemente austauschen oder aufrüsten.

Manch einer mag sich fragen, warum sich das Unternehmen hinsichtlich der Frequenz des neuen Gerätes auf maximal 26,5 GHz beschränkt hat. Die Antwort von Rohde & Schwarz klingt plausibel: Hier liegt momentan noch der High-Volume-Markt. Dennoch soll der R&S FSW über kurz oder lang wohl die Modelle R&S FSU (20 Hz – 67 GHz) und R&S FSQ (20 Hz – 40 GHz, 120 MHz Bandbreite) ersetzen. Bis dahin soll sich aber auch der Frequenzbereich des neuen Analysators nach oben entwickelt haben. Preislich ist der neue FSW etwa im Bereich der beiden anderen angesiedelt.

Rohde & Schwarz auf der productronica 2011: Halle A1, Stand 375