Lückenlose Produktionsüberwachung Smarter Sensoraufkleber für sichere Lebensmittel

Die Computermaus wird 50

Horrorszenarien wie die kürzlich entdeckten Keime in einer Wurstfabrik sollen künftig sicher vermieden werden. Im Projekt „Smart (Bio)-sensors for the process industry“, kurz „Saber Print“, entwickeln Forscher smarte Sensoraufkleber, die Produktionsprozesse online überwachen.

Herzstück des Forschungsprojekts ist ein flexibler Sensoraufkleber, der zum Beispiel in Dichtungen integriert werden kann, um industrielle Prozesse online zu überwachen.

»Zunächst werden wir Sensoraufkleber zur Überwachung ausgewählter Parameter entwickeln, etwa der Konzentration bestimmter Stoffe wie Glukose, des pH-Werts oder mikrobieller Verunreinigungen«, erklärt Projektkoordinator Prof. Dr. Nicolas Plumeré.

Zum Konzept gehört auch, dass die Aufkleber, die jeweils bestimmte Werte messen, einfach ausgetauscht werden können. »Der Anwender kann die Aufkleber an verschiedenen Industriekomponenten anbringen, je nachdem, welchen Prozess er genau überwachen möchte«, so Dr. Tobias Vöpel vom Zentrum für Elektrochemie der RUB.

Das Projektkonsortium will mit der Idee einen Beitrag zur Digitalisierung von Fertigungsprozessen leisten. Die ständige Überwachung industrieller Prozesse durch smarte Maschinen macht dabei Produktionsprozesse effizienter und nachhaltiger – auch in der Lebensmittelindustrie. Dass dies nötiger denn je ist, haben die jüngsten Ereignisse in einer Wurstfabrik gezeigt.

Zum Projektkonsortium gehören das Exzellenzcluster Ruhr Explores Solvation Resolv der Ruhr-Universität Bochum (RUB), die Universität Maastricht, der Dichtungshersteller Garlock aus Neuss und die Firma Yookr aus Venlo. Das Projekt wird mit insgesamt 1,3 Millionen Euro gefördert im Interreg-Programm der Europäischen Union.