Gravitations-Rotverschiebung Schwarzes Loch in der Milchstraße bestätigt Einstein

Farbwechsel: Diese Illustration zeigt den Stern S2 beim Vorübergang am schwarzen Loch im galaktischen Zentrum. Deutlich zu sehen ist die durch das extreme Schwerefeld verursachten Gravitations-Rotverschiebung.
Farbwechsel: Diese Illustration zeigt den Stern S2 beim Vorübergang am schwarzen Loch im galaktischen Zentrum. Deutlich zu sehen ist die durch das extreme Schwerefeld verursachten Gravitations-Rotverschiebung.

Bewegt sich ein Stern um ein supermassereiches Schwarzes Loch, so verschiebt sich sein Licht ins Rote – im Einklang mit Einsteins Voraussagen.

Die Wissenschaftler um Reinhard Genzel, Direktor vom Max-Planck-Institut für extraterrestrische Physik in Garching bei München hatten den Stern S2 ins Visier genommen, der das schwarze Loch in 15 Jahren einmal umkreist – mit einem Tempo, das 3 Prozent der Lichtgeschwindigkeit entspricht (25 Mio. km/h). Er nähert sich ihm bis auf 14 Mrd. km, was dem Dreifachen der Distanz Neptun – Sonne entspricht, eine für astronomische Verhältnisse sehr geringe Entfernung.

Dabei ist den Forschern eine Glanzleistung der Beobachtungskunst gelungen: Aus der Bewegung des Sterns um das 26.000 Lichtjahre entfernte schwarze Loch haben sie einen von Albert Einstein vorausgesagten Effekt gemessen, die sogenannte Gravitations-Rotverschiebung.

»Wir haben seit einer Dekade gezielt danach gesucht und das Experiment vorbereitet. Denn wir wissen schon lange, dass das Objekt im galaktischen Zentrum sehr massereich ist und sich dahinter mit hoher Plausibilität ein schwarzes Loch verbirgt. Aber zwischen Plausibilität und physikalischer Sicherheit gibt es doch einen Unterschied. Daher denken wir uns alle möglichen Tests aus, für die das Zentrum unserer Milchstraße fantastische Möglichkeiten bietet. Kurz: Unsere aktuelle Messung der Gravitations-Rotverschiebung ist schon ein sehr starker Beweis für die Existenz des schwarzen Lochs im galaktischen Zentrum – und für die allgemeine Relativitätstheorie«, sagte Reinhard Genzel.