Pickering Interfaces PXI- und LXI-Schaltsysteme im Fokus

Defekte Relais aufspüren mittels BIRST-Funktion.

Pickering Interfaces gilt als einer der Pioniere auf dem Gebiet der PXI-Schaltsysteme. Aber auch in Sachen LXI ist das Unternehmen gut am Markt vertreten. Nun hat Pickering Interfaces erneut einige interessante Produkte vorgestellt. Unter anderem gibt es jetzt eine Möglichkeit, fehlerhafte Relais in PXI-Schaltmodulen frühzeitig zu identifizieren, ohne dass zusätzliche Testhardware nötig ist.

Mit der zunehmenden Komplexität beim Test elektronischer Geräte gewinnt das Signalschalten zunehmend an Bedeutung. Dabei kommt es vor allem auf Signalqualität und Schnelligkeit an. Die britische Pickering Interfaces, Spezialist für programmierbare Schalt- und Signalkonditionierungssysteme, hat sich genau auf diese Problematik spezialisiert und adressiert mit seinem Produktportfolio u.a. die klassischen Märkte wie Automotive, Telekommunikation, Automatisierung und Aerospace/Defence.

Testapplikationsentwicklern in allen diesen Märkten gemeinsam ist das Problem, dass die Verifikation und Diagnose komplexer Schaltsysteme, speziell bei PXI, schon immer eine nicht ganz einfach zu lösende Aufgabe darstellte. Pickering Interfaces adressiert diese Herausforderung mit seiner Built-In-Relay-Self-Test-Funktion, kurz BIRST. BIRST ermöglicht es dem Anwender auf einfache Weise, Schaltmodule zu verifizieren. Damit lassen sich z.B. fehlerhafte Relais in einem Schaltmodul identifizieren – ohne zusätzliche Testhardware. Wird ein fehlerhaftes Relais gefunden, ermöglicht BIRST durch Ausgabe der entsprechenden Relaisnummer ein schnelles Auffinden des defekten Relais im Modul. Für den Selbsttest wird die Steckverbindung zum Prüfling entfernt und BIRST gestartet.

BIRST findet aber nicht nur defekte Relais, sondern auch solche, die durch einen erhöhten Kontaktwiderstand in naher Zukunft das Ende ihrer Lebensdauer erreichen werden. Die Überwachung des Kontaktwiderstandes und somit der Lebensdauer ist deutlich effektiver als das Zählen von Schaltzyklen, weil hierbei die tatsächliche Belastung eines Relaiskontaktes nicht berücksichtigt werden kann.

»Historisch gesehen haben komplexe Schaltsysteme wie VXI und das Pickering-Interfaces-GPIB-System 10/20 bereits einen gewissen Grad an Selbsttest für Relais integriert«, erklärt Matthias von Bassenheim, Geschäftsführer der deutschen Niederlassung von Pickering Interfaces. »Bei PXI wurde aber wegen des limitierten Platzes sowie aus Kostengründen auf Selbsttestmöglichkeiten verzichtet. Mit BIRST haben wir nun eine verbesserte Testmethode entwickelt, die es erlaubt, mit minimalem Kostenaufwand und wenig zusätzlichem Platzbedarf diesen Test in die Schaltmodule zu integrieren.«

Welche Module von Pickering Interfaces bereits mit integrierter BIRST-Funktion ausgerüstet sind, ist auf der Internetseite des Herstellers (www.pickeringtest.com) zu lesen.

Neuer PXI-USB-Multiplexer

Ganz neu vorgestellt wurde nun auch der 8-Kanal-USB-Multiplexer namens 40-737 von Pickering Interfaces. Speziell für das Schalten von USB-Signalen entwickelt, ermöglicht er es, USB-Geräte miteinander zu verbinden oder sie zu trennen. Damit eignet er sich u.a. für den Test kompletter USB-Gerätegruppen. Jeder Pfad ist nach dem USB-Standard entsprechend angepasst, USB-Geräte mit einem höheren Strombedarf lassen sich über niederohmige Stromanschlüsse betreiben. Jeder Schaltpfad unterstützt USB 1.1 und 2.0. Dank der hohen Bandbreite ist eine Beeinträchtigung der Signale bei maximal zulässiger USB-Kabellänge vernachlässigbar klein. Für eine einfache Verkabelung verwendet der Multiplexer einen USB-Typ-B-Stecker für den gemeinsamen Anschluss, und jeweils USB-Typ-A-Stecker für die acht Multiplexerkanäle.

PXI-Batterie-Simulator für Automotive-Applikationen

Nicht zuletzt ist Pickering Interfaces seit einigen Jahren auch im Bereich PXI-basierter Batteriesimulatoren tätig. Nun hat das Unternehmen in Zusammenarbeit mit DMC, einem US-amerikanischen Systemintegrator, den aus sechs Zellen bestehenden Batteriesimulator 41-752 mit bis zu 300 mA und einer programmierbaren Ausgangsspannung von bis zu 7 V pro Zelle entwickelt. Zur Verbesserung der Leistungsregelung verfügt jede Zelle über eine eigene Sense-Leitung. Jede Zelle ist in einem Batterieladekreis mit bis zu 100 mA als Stromsenke konfigurierbar.

Für die Nachbildung von Battery Stacks, wie sie in den neuen Generationen von Elektrofahrzeugen Einsatz finden, lassen sich alle Module und Zellen in Reihe schalten. So lassen sich etwa für das Testen von Batterie-Management-Systemen mehr als 100 Zellen in einem Pickering-Interfaces-PXI- oder einem modularen LXI-Chassis in Reihe schalten. Weil jeder Kanal unabhängig steuerbar ist, sind in jeder Zelle Simulationen unterschiedlicher Ladung und Kapazität möglich. Ein Sicherheitsverriegelungssystem an der Vorderseite des Moduls verhindert eine Spannungsgenerierung, falls keine Kabel angeschlossen sind. Über Hochspannungs-Sub-D-Stecker lassen sich Ausgangsspannungen von bis zu 750 V erzeugen.

Der PXI-basierte Batteriesimulator wird auf der »Automotive Testing Expo« (22.-24. Juni 2010, Stuttgart) auf dem Messestand von Pickering Interfaces live im Einsatz zu sehen sein.