Agrartechnik Pflanzentemperaturen aus dem All messen

Das von der NASA veröffentlichte Bild zeigt die Simulation der ECOSTRESS Landoberflächentemperaturdaten rund um das kalifornische Salton Meer (dunkelblauer Bereich, oben links). Kühlere Bereiche erscheinen in Blau und Grün, wärmere Bereiche sind in Gelb und Rot zu sehen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will von der Internationalen Raumstation ISS aus die Temperatur und damit den Zustand von Pflanzen auf der Erde ermitteln.
Das von der NASA veröffentlichte Bild zeigt die Simulation der Landoberflächentemperaturdaten von »Ecostress« rund um das kalifornische Salton Meer (dunkelblauer Bereich, oben links). Kühlere Bereiche erscheinen in Blau und Grün, wärmere Bereiche sind in Gelb und Rot zu sehen. Die US-Raumfahrtbehörde Nasa will von der Internationalen Raumstation ISS aus die Temperatur und damit den Zustand von Pflanzen auf der Erde ermitteln.

Dürren vorhersagen und Pflanzen behandeln, bevor es zu spät ist – aus dem Weltall kann »Ecostress« die dafür notwendigen Messungen durchführen.

Am kommenden Freitag soll das Messgerät an Bord eines »Dragon«-Raumfrachters der privaten Raumfahrtfirma SpaceX zur ISS fliegen und dann außen an der Raumstation befestigt werden. Die Messgenauigkeit von »Ecostress« ist so hoch, dass sich einzelne Felder beobachten lassen. Das System werde laut NASA die bislang genauesten Temperaturbilder der Erdoberfläche liefern. Die Forscher wollen unter anderem verstehen, wie Wasserknappheit die Pflanzen beeinflusst.

Die Temperatur lässt Rückschlüsse auf den Zustand der Gewächse zu. Wenn die Sonne Pflanzen erhitzt, geben sie Wasser durch Poren in ihren Blättern ab – und kühlen sich auf diese Weise. Das ist im Grundsatz ähnlich wie das Schwitzen bei uns Menschen. Haben sie nicht genug Wasser, schließen sie die Poren – und heizen sich auf. Mit geschlossenen Poren können sie weniger Kohlenstoffdioxid aufnehmen, der zur Bildung von Zuckern erforderlich ist.  

»Wenn eine Pflanze so gestresst ist, dass sie braun wird, dann ist es meist zu spät, um sie noch wiederzubeleben«, sagt Nasa-Forscher Simon Hook. »Die Temperatur der Pflanze zu messen, lässt uns sehen, dass sie gestresst ist – bevor es zu diesem Punkt kommt.«