Wirtschaftskommentar Peter Reinhardt: »Es wäre gut, wenn die Pseudofachleute etwas vorsichtiger mit ihren Aussagen wären«

Peter Reinhardt, Reinhardt System- und Messelectronic: »Über 50 Prozent aller in Deutschland hergestellten elektronischen Flachbaugruppen werden mit Reinhardt-Testsystemen geprüft. Nach einer Marktanalyse gibt es für unsere Testsysteme mehr als 85.000 Adaptionen, was uns zur absoluten Nummer 1 in Sachen Flachbaugruppentest macht.«
Peter Reinhardt, Reinhardt System- und Messelectronic: »Ich fürchte, mit den Negativprognosen wird erreicht, dass mittelständische Unternehmen Investitionen wesentlich vorsichtiger vornehmen werden, als es nach der momentan doch guten Wirtschaftslage üblich wäre.«

Peter Reinhardt, Geschäftsführer des Testsystemherstellers Reinhardt System- und Messelectronic, blickt auf das beste Geschäftsjahr seiner Firmengeschichte zurück. Und auch seine Kunden sind optimistisch. Zugleich warnt er davor, eine an sich blühende Wirtschaft und eine gute Marktposition mit Negativprognosen zu gefährden.

Peter Reinhardt, Reinhardt System- und Messelectronic: »Nachdem Deutschland als das Exportland der Welt gilt, sind wir sehr stark abhängig von unseren Exportmärkten. In den letzten 18 Monaten konnten wir feststellen, dass Großfirmen, aber auch mittelständische und kleine Unternehmen sehr positiv motiviert waren und über volle Auftragsbücher mit einem guten Blick in die Zukunft arbeiten konnten. Auch unser Kundenkreis ist hoch motiviert und Aufträge sind ausreichend vorhanden.

Bedauerlicherweise sind unsere Politiker, die mehrheitlich von Außenwirtschaft so gut wie gar nichts verstehen, jeden Tag aufs Neue großsprecherisch mit Negativprognosen zu hören. Diese Gruppe lebt davon, der Wirtschaft Bange zu machen, nach der Devise, wenn es gut geht - sie also Unrecht haben -, dann haben sie früh genug gewarnt. Und wenn es tatsächlich doch eintreten sollte, so haben sie es mal wieder gewusst. Ich glaube, auf diese Weise ist es nicht möglich, ein Land zu führen, und auch unsere Politiker sollten einmal danach beurteilt werden, ob sie ihre Leistungen, für die sie ein doch recht stattliches Gehalt bekommen, auch erreicht haben. Falls nicht, sollten die Gehälter dieser Politiker dementsprechend reduziert werden.

Ich fürchte, mit den Negativprognosen wird erreicht, dass mittelständische Unternehmen Investitionen wesentlich vorsichtiger vornehmen werden, als es nach der momentan doch guten Wirtschaftslage üblich wäre. Großunternehmen planen natürlich wesentlich langfristiger. Entsprechend sind Entscheidungen für eine Wirtschaftsreduzierung mit längerem Vorlauf behaftet, so dass es bestimmt noch ein Jahr dauern wird, bis es zu Änderungen kommt. Es wäre eine gute Idee, wenn die Pseudofachleute etwas vorsichtiger mit ihren Aussagen wären, um so eine blühende Wirtschaft zu erhalten und nicht eine gute Marktsituation zu zerstören.

Nachdem wir aufgrund der guten Absatzlage immer wieder mit Bauteilknappheit zu kämpfen haben, wird auch von dieser Seite her das Wachstum entsprechend gedämpft. Von unseren Lieferanten und Mitbewerbern hören wir ebenfalls von recht positiven Marktentwicklungen, weil diese nicht nur für die reinen Exportmärkte zu sehen sind, sondern auch das Konsumverhalten in Deutschland positiv beeinflusst haben - was in Verbindung mit der Inlandsinvestition auch eine positive Marktentwicklung bedeutet. Grundsätzlich können wir über unser Unternehmen sagen, dass wir das Jahr 2011 bereits Ende Oktober mit unseren Umsatzzahlen erreicht haben und für die nächsten vier bis fünf Monate noch von den bereits erteilten Aufträgen zehren können.«