Interview / Rohde & Schwarz Optimistisch für das neue Geschäftsjahr

Auftragseingang und Umsatz waren zum Ende des Geschäftsjahres 2013/2014 rückläufig, die Mitarbeiterzahl jedoch stieg erneut. Zwar konnte Rohde & Schwarz die Rekordergebnisse des Vorjahres nicht ganz erreichen, dennoch ist Roland Steffen, Leiter des Geschäftsbereiches Messtechnik von Rohde & Schwarz optimistisch für die Zukunft.

Markt&Technik: In den vergangenen Jahren meldete Rohde & Schwarz jeweils kontinuierliches Wachstum hinsichtlich Auftragseingang und Umsatz. Nicht so im vergangenen Geschäftsjahr. Aus welchem Marktsegment resultiert der Rückgang und worauf ist dieser zurückzuführen?

Roland Steffen: Wir hatten in den letzten Jahren einen ziemlichen Rückenwind durch den Boom in der Smartphone-Produktion. Fast alle Hersteller haben ihre Fertigungskapazitäten ausgeweitet und dazu auch Messtechnik gekauft. Inzwischen hat sich die Nachfrage in diesem Markt normalisiert. Dass die Industrie nun bei weiteren Investitionen eher zurückhaltend ist, kann man nachvollziehen.

Wie hat sich das Segment Messtechnik entwickelt – im Unternehmensverbund und in Bezug auf den Messtechnikmarkt?

Wir haben unsere Position im Unternehmensverbund und im Markt nicht nur halten sondern sogar leicht verbessern können. Hierzu haben vor allem unsere Produkte im Mikrowellenbereich beigetragen, deren Hauptmarkt außerhalb des Mobilfunks liegt.

Inwieweit trägt das im Vergleich zum Mitbewerb noch relativ junge Oszilloskop-Geschäft zur Entwicklung des Messtechnik-Segments bei? Und sind Sie mit dem Verlauf zufrieden?

Als Newcomer ist der Beitrag der Oszilloskope naturgemäß noch vergleichsweise überschaubar. Aber wir sind sehr zufrieden vor allem beim Geschäft mit den etablierten Rohde&Schwarz-Kunden, die uns als zuverlässigen Messtechnikpartner kennen. Verbesserungspotential besteht bei Kunden aus Industrien, zu denen wir traditionell keinen Zugang haben. Hier wollen wir verstärkt auf die Partnerschaft mit Distributoren setzen.

Welchen Stellenwert hat das Geschäft mit den ehemaligen Hameg-Produkten?

Das Hameg-Portfolio ist ein wichtiges Element der Rohde&Schwarz-Value-Instruments-Initiative. Hier wollen wir günstige Qualitätsmesstechnik mit einem sehr guten Preis-Leistungsverhältnis anbieten. Das ist noch relativ neu für Rohde & Schwarz und zwingt uns dazu, vieles zu hinterfragen, was wir so tun. Im Premium-Segment, das wir bisher hauptsächlich bedient haben, steht eher die maximale Performance des Produktes im Vordergrund, wohingegen bei Value Instruments deutlich mehr Fokus auf die Herstellungskosten gelegt werden muss. Die Erfahrungen aus beiden Segmenten zu kombinieren, schafft sicher Kundennutzen und bringt auch Rohde & Schwarz voran.

Welche Entwicklung erwarten Sie für Rohde & Schwarz für das laufende Geschäftsjahr und welche Ziele setzen Sie sich speziell für das Messtechnik-Segment?

Natürlich wollen wir weiterhin stärker wachsen als der Markt, vor allem in denjenigen Regionen außerhalb Westeuropas, wo unsere Marktanteile noch unterdurchschnittlich sind. So wollen wir das gebremste Wachstum in der Mobiltelefon-Produktion möglichst kompensieren.

Mit welchen Strategien wollen Sie diese Ziele erreichen?

Wir haben in den letzten Monaten einige neue Produkte in den Markt gebracht, die nicht den Mobilfunk adressieren, und die sehr gut ankommen. Darüber hinaus verstärken wir unsere Vertriebsaktivitäten in den Ländern mit unterdurchschnittlichen Marktanteilen.

Die Fragen stellte Nicole Wörner.