Lebensretter für Corona-Patienten Notfall-Beatmungsgerät aus dem 3D-Drucker

Am Anfang der Woche konstruiert, am Ende der Woche an der Universitätsklinik Leipzig schon im Test.
Anfang der Woche konstruiert, Ende der Woche an der Universitätsklinik Leipzig schon im Test: das Notfall-Beatmungsgerät wurde von der Uniklinik Leipzig, dem Fraunhofer IWU und der WHZ gemeinsam entwickelt.

Als letzte Option, wenn keine medizinisch zertifizierten Beatmungsgeräte mehr zur Verfügung stehen, könnte ein neu entwickeltes 3D-gedrucktes Notfall-Beatmungsgerät Leben retten. Produktionsstart: noch diese Woche. Kapazität: Je drei Systeme pro Tag und Drucker.

Mit der steigenden Zahl von Covid-19-Erkrankten geraten die Krankenhäuser in einigen Ländern der Welt bereits massiv an ihre Grenzen. Zum Teil wird schwerkranken Patienten das Beatmungsgerät abgenommen und es einem anderen Patienten mit besseren Prognosen gegeben. 

Hier setzt das neue 3D-gedruckte Notfall-Beatmungsgerät an. Zwar handelt es sich dabei nicht um ein zertifiziertes Medizinprodukt, kann aber als letzte Option das Leben vieler Patienten retten.

Innerhalb von nur sieben Tagen…

...ist es Wissenschaftlern der Uniklinik Leipzig, der WHZ und des Fraunhofer IWU gelungen, einen Prototypen zu entwickeln, der am vergangenen Freitag an der Uniklinik in Leipzig erfolgreich getestet wurde.

Wichtig bei der Entwicklung war es, Sensorik und Regelungsmöglichkeiten zu integrieren, um die Hauptparameter der Beatmung einstellen bzw. überwachen zu können. Von Anfang an in die Entwicklung des Notfall-Beatmungsgerätes eingebunden waren aber auch Mediziner, die sicherstellten, dass die Geräte den praktischen Anforderungen gerecht werden. Verschiedene mechanische Antriebskonzepte mussten konstruiert und getestet, Rotations- und Linearmotoren evaluiert, Getriebe integriert werden. 

Das Potential ist groß:…

...Mit einem 3D-Drucker können drei Systeme pro Tag gedruckt werden. Gestartet werden kann noch in dieser Woche. 

Eingesetzt werden können diese Notfall-Beatmungsgeräte international in allen Einrichtungen, in denen nicht genügend Hightech-Beatmungssysteme zur Verfügung stehen. Durch den Zugriff auf ein internationales Netzwerk an 3D-Druckern könnten die Systeme auch in großen Stückzahlen in verschiedenen Ländern hergestellt werden. Alle anderen benötigten Komponenten wie Motoren, Elektronik oder Sensoren sind aktuell noch schnell in großer Stückzahl lieferbar.