Interview mit Wendelin Egli, MSR »Nischenmärkte bieten großes Potential für Mini-Datenlogger«

Immer neue - auch ungewöhnliche - Anwendungen

Welche Anwendungen treiben Ihr Geschäft derzeit am stärksten?

Unsere Logger sind aufgrund ihrer charakteristischen Merkmale – kleines Format, großer Speicher und Multisensorfähigkeit – vor allem in der Transportüberwachung sehr gefragt, und das über alle Branchen hinweg. Ob sensible Kunstgegenstände, Nuklearstoffe, Windradkomponenten oder auch Schokoladentafeln – sie alle müssen während des Transportes überwacht werden, auf Umgebungsbedingungen wie Temperatur und Feuchte oder auch auf Vibrationen und Stöße.

Darüber hinaus sind der Phantasie eigentlich keine Grenzen gesetzt. Wir haben ungezählte Anwendungen in der Elektronikfertigung und der Prozessüberwachung, im Automotive-Bereich, der Luft- und Raumfahrt oder auch der Medizintechnik, der Lebensmittelindustrie, der Landwirtschaft oder im Sport- und Freizeitbereich. Ein spannendes Beispiel ist die Fitnessstudiokette Kieser. Sie setzt unsere Datenlogger deutschlandweit in ihren Beckenbodentrainern ein. Dabei sind die Logger in einen Stuhl integriert, auf dem der Anwender durch Druck- und Gewichtsverlagerung einen virtuellen Parcours auf einem Bildschirm absolvieren muss. Wie gesagt, die Möglichkeiten sind schier unbegrenzt.

Wer überlegt sich diese Anwendungen? Der Kunde oder MSR?

Meist kommen die Kunden auf uns zu, beschreiben ihre Anforderungen und fragen nach der passenden Lösung. Doch auch wir schlafen nicht und machen uns immer wieder aufs Neue Gedanken, wo unsere Logger noch sinnvoll eingesetzt werden könnten.

Bei der Vielzahl der Möglichkeiten, wie findet der Kunde den richtigen Logger?

Auf unserer Internetseite gibt es einen Konfigurator, in dem der Kunde alle Sensoren und Spezifikationen auswählen und den exakt auf seine Bedürfnisse zugeschnittenen Datenlogger finden kann. Der Konfigurator bietet über eine Million Konfigurationsmöglichkeiten. Und wenn darüber hinaus noch Fragen offen sind, reicht ein Anruf bei uns oder bei unseren Vertriebspartnern. Sobald sich der Kunde für ein Produkt entschieden hat – egal in welcher Konfiguration – geht alles ganz schnell. In der Regel liefern wir innerhalb von zwei Wochen.

MSR ist ein schweizerisches Unternehmen. Halten Sie den kompletten Prozess von der Entwicklung über die Fertigung bis zum Service in der Schweiz?

Ja. Der Basisprint erfolgt auf Abruf über einen lokalen Lohnbestücker, die diversen Sensoren kaufen wir zu. Die applikationsspezifische Entwicklung sowie sämtliche Ausgangstests liegen wiederum komplett in unserem Haus.

Das heißt die Produkte sind durchgängig »made in Switzerland«. Ist dieses Qualitätsmerkmal heute noch wichtig für Kunden?

Absolut, vor allem amerikanische Kunden schätzen dieses Prädikat für schweizerische Qualität - sie vergleichen unsere Logger auch gerne mal mit einem Schweizer Taschenmesser. Aber auch wir selber legen großen Wert darauf, dem Qualitätsanspruch gerecht zu werden. Unsere sehr geringe Rücklaufquote bestätigt uns darin.