Neue Messtechnik-Marke etabliert sich »Nicht gleich auf Expansion zu setzen war richtig«

Jens Scheuren, Teledyne LeCroy: »Wir werden in diesem Jahr noch etliche neue Produkte zum T3-Portfolio hinzufügen.«

Im Herbst vergangenen Jahres hatte Teledyne LeCroy seine neue Marke „Teledyne Test Tools“, kurz T3, etabliert. Was hat sich seither getan? Wir haben bei Jens Scheuren, Regional Manager DACH von Teledyne LeCroy, nachgefragt.

Markt&Technik: Herr Scheuren, bitte beschreiben Sie nochmals kurz die Idee und das Konzept hinter T3.

Jens Scheuren: Mit T3 – Teledyne Test Tools – haben wir eine neue Produktlinie eröffnet, die das vorhandene Portfolio abrundet, ergänzt und erweitert. Teledyne LeCroy entwickelt und fertigt seit vielen Jahren sehr erfolgreich innovative Oszilloskope und Protokollanalysatoren, die sich in ihrer Funktionalität ergänzen. Neben diesen Produkten gibt es aber eine Vielzahl weiterer Messgeräte und Zubehör, die in einem Labor benötigt werden. Mit der T3-Produktlinie haben wir die Möglichkeit, mit verschiedensten Herstellern solcher Geräte zusammenzuarbeiten und sie unter unserem neuen Markennamen anzubieten. Wir haben unterschiedliche Produkte ausgewählt und geprüft und diejenigen in das T3-Programm aufgenommen, die unseren hohen Ansprüchen genügen. Es handelt sich dabei sowohl um OEM- als auch um exklusive Produkte.

Wie hat der Markt die neue Marke aufgenommen?

Obwohl wir erst am Anfang stehen und das T3-Programm noch nicht sehr umfangreich ist, haben wir sehr positive Reaktionen von Kundenseite erhalten. Die Möglichkeit, jetzt und noch viel mehr in der Zukunft auf zahlreiche Messinstrumente zugreifen zu können und dabei die Sicherheit zu haben, dass das Programm von uns geprüft und unterstützt wird, wurde sehr gut angenommen. Dies wird noch mehr der Fall sein, wenn die für dieses Jahr noch geplanten Produktlinien hinzukommen.

Wie hat sich das T3-Portfolio seit dem Start entwickelt?

Mit den ersten Produktlinien musste sich das T3-Programm auch bei uns erst einmal etablieren. Daher haben wir unser Augenmerk in den ersten Monaten darauf gelegt, den Markennamen bekannt zu machen und das Portfolio vorzustellen. Wir – und speziell unsere Vertriebspartner – wurden aber vom großen Interesse an den Produkten überrascht, sodass das Konzept, im ersten Schritt nicht gleich auf Expansion der Produktlinien zu setzen, das Richtige war.

Welches Produkt hat sich als „Top Seller“ entpuppt?

Wie zu erwarten, sind die kostengünstigen zwei- und vierkanaligen Oszilloskope um 100 MHz Bandbreite die zurzeit am stärksten nachgefragten Produkte. Vielleicht macht sich dabei auch unser bekannt guter Ruf in diesem Sektor bemerkbar. Aber auch unsere neuen TDR-Messgeräte, die preislich in einem deutlich höheren Rahmen angesiedelt sind, stoßen auf großes Interesse.

Welche Erweiterungen des T3-Portfolios sind geplant – produkt-, technologie- und partnerbezogen?

Wir werden in diesem Jahr noch etliche neue Produkte zum T3-Portfolio hinzufügen. Zum Teil sind dies Ergänzungen zu bereits bestehenden Produktlinien, wie zum Beispiel bei den TDR-Messgeräten, den hochpräzisen 16-bit-Arbiträrgeneratoren oder den Power-Supplies, aber auch Erweiterungen des Spektrums mit Tastköpfen und Adaptern. Dazu werden wir nach und nach weitere Bereiche der Messtechnik erschließen, die bisher im T3-Programm noch nicht vorhanden waren. Dabei sind wir nicht auf bestimmte Lieferanten fokussiert. Die Kriterien für die Aufnahme von T3-Produkten liegen in der Technologie, der Leistungsfähigkeit der Produkte sowie der Präzision und Zuverlässigkeit sowohl des einzelnen Produkts als auch des dahinter stehenden Herstellers.

Wie ist die weitere (Vertriebs-)Strategie für T3?

Bei den kostengünstigen Produkten, bei denen es neben der Leistungsfähigkeit sehr auf den Preis und die Verfügbarkeit ankommt, arbeiten wir eng mit unseren Distributionspartnern zusammen. Diese Zusammenarbeit werden wir mit der Erweiterung des Produktspektrums noch intensivieren. Zusätzlich nutzen wir bei den komplexeren Produkten die Erfahrung und die engen Kundenkontakte unserer Vertriebsmitarbeiter und Applikationsingenieure. T3 ist eben nicht nur eine Linie von kostengünstigen Produkten, sondern ein Programm zur sinnvollen und strategischen Erweiterung unseres Messtechnik-Portfolios.