Exklusiv-Interview mit Spectrum »Neukunden entscheiden sich gleich für die neue Plattform«

Oliver Rovini, Spectrum Instrumentation: »Neben dem deutlich kleineren Formfaktor sind viele kleine Verbesserungen bei der Spannungs- und Takterzeugung sowie der Schirmung in die neue Bauform eingeflossen.«

Ende vergangenen Jahres hatte Spectrum Instrumentation seine neue 16-bit-PCIe-Digitizer-Plattform M2p im neuen Formfaktor vorgestellt. Augenfällig: Mit nur 167 mm Länge sind die Karten nur halb so lang wie herkömmliche PCIe-Module. Hat sich die neue Bauform bewährt? Wir haben nachgefragt.

Markt&Technik: Herr Rovini, zunächst einmal: Welche Überlegungen haben Sie überhaupt dazu gebracht, diese neue Bauform zu entwickeln?

Oliver Rovini, Technischer Leiter und Prokurist von Spectrum Instrumentation: Die bestehende PCIe-Digitizer-Plattform M2i wird bereits seit mehr als zehn Jahren verwendet und basiert auf älterer Technik mit teilweise bereits abgekündigten Bauteilen. Die Notwendigkeit eines Nachfolgeprodukts haben wir genutzt, um einige der dringendsten Kundenwünsche umzusetzen. Immer wieder wurde an uns der Wunsch nach einer deutlich kürzeren Bauform herangetragen, um die Digitizer auch in kleineren, kompakteren Gehäusen einsetzen zu können und auch um weniger Einschränkungen bei der Auswahl des PC-Systems zu haben.

Wie ist der neue Formfaktor von den Kunden angenommen worden?

Alle Neukunden haben sich sofort für die neue Plattform entschieden, weil direkte Nachfolgeprodukte auf allen Gebieten bessere technische Leistungsdaten bieten. Dabei sind die Karten preislich auf dem gleichen Niveau geblieben. Bestehende OEM-Kunden planen größtenteils den Umstieg mit einem kommenden Produkt-Release. Dabei ist das identische Software-Interface sehr hilfreich.

Welche wesentlichen Vorteile bringt die neue Bauform?

Neben dem deutlich kleineren Formfaktor sind viele kleine Verbesserungen bei der Spannungs- und Takterzeugung sowie der Schirmung in die neue Bauform eingeflossen. Einen weiteren großen Wunsch nach mehr Datenübertragungsbandbreite haben wir im Zuge der Neuentwicklung ebenfalls umsetzen können. So begrenzte die vorherige Karte den kontinuierlichen Datentransfer (FIFO-Modus) auf etwa 160 MB/s, wohingegen die M2p-Plattform bis zu 700 MB/s, also mehr als das Vierfache bietet.

Gibt es Kompromisse, die der Kunde mit der neuen Bauform eingehen muss?

Im Zuge der Neuentwicklung haben wir die Produktlinie der Legacy-PCI-Varianten aufgrund der nahezu komplett eingestellten Unterstützung seitens der PC-Hersteller ebenfalls eingestellt, sodass Kunden, die die neue Serie einsetzen wollen, jetzt von uns quasi auf das modernere PCI-Express-Interface gezwungen werden. Darüber hinaus werden, zumindest am Anfang, einige kleinere, selten verkaufte Optionen erst mal nicht unterstützt werden. Dies ist aber eigentlich keine große Einschränkung, weil die M2i.49xx-Serie auch weiterhin verfügbar sein wird.

Zum Marktstart der neuen Plattform haben Sie 13 verschiedene 16-bit-Module mit Geschwindigkeiten von 20, 40 und 80 MSample/s und einer frei wählbaren Kanalzahl von eins bis acht pro Karte angeboten. Zugleich haben Sie für 2018 weitere Varianten angekündigt. Wie ist hier der Stand der Dinge?

Wir konnten planmäßig im März 2018 insgesamt vier schnellere Varianten mit jetzt 125 MSample/s auf den Markt bringen. Damit hat sich gegenüber dem Vorgängermodell auch die Abtastrate mehr als verdoppelt. Zudem wurden im Laufe des ersten Halbjahrs Ethernet/LXI-Varianten mit bis zu 48 Kanälen basierend auf der neuen Plattform vorgestellt. Mit diesem Release ist die Entwicklung des 16-bit-Digitizer M2p.59xx abgeschlossen. Die nächsten Entwicklungen nehmen die M2p-Basiskarte und kombinieren sie mit neuen Analogmodulen.

Was werden die neuen Karten können?

Aktuell in Entwicklung ist der Arbitrary-Waveform-Generator M2p.65xx mit 16 bit und bis zu 125 MSample/s Ausgaberate als Gegenstück zum bereits vorgestellten Digitizer M2p.59xx. Auch dieses Produkt ersetzt ein bestehendes, auf der M2i-Plattform basierendes Produkt.