Bewährte Technik mit neuen Messfunktionen Neuer Leistungsanalysator baut auf dem Vorgängermodell auf

Der Leistungsanalysator WT1800 von Yokogawa kann bis zu sechs Leistungsmodule mit je einem Spannungs- und Stromeingang aufnehmen.
Der Leistungsanalysator WT1800 von Yokogawa kann bis zu sechs Leistungsmodule mit je einem Spannungs- und Stromeingang aufnehmen.

Yokogawa hat den Nachfolger des seit Jahren im Markt etablierten Leistungsanalysators WT1600 vorgestellt. Das neue Gerät namens WT1800 ist seinem Vorgänger in vielerlei Hinsicht ähnlich, weist jedoch eine ganze Reihe von Verbesserungen und neuen Messfunktionen auf.

»Ziel war es, ein flexibles, vielkanaliges Leistungsmessgerät zu entwickeln, das dem Ingenieur in der Energie- und Antriebs­technik ein präzises und zuverlässiges Werkzeug in die Hand gibt.« So beschreibt Walter Huber, Produktsupport Power Meter / Technischer Leiter von Yokogawa die Erwartungen an den neuen Leistungsanalysator.

Entsprechend hat Yokogawa den direkten Nachfolger des Modells WT1600 gezielt auf seine wichtigsten Einsatzgebiete hin ausgerichtet. Diese finden sich überall dort, wo es darum geht, elektrische Leistungen, Wirkungsgrade und Verluste zu messen, zum Beispiel in den Bereichen Erneuerbare Energien (Photovoltaik, Windkraftwerke), Wechselrichter, Vorschaltgeräte für LEDs und andere Energiesparbeleuchtungen. Ebenso wichtig ist der gesamte Bereich der Antriebstechnik mit E-Motoren und Umrichtern, einschließlich der Elektromobilität mit Hybrid- und Elektro­antrieben.

Der Leistungsanalysator kann bis zu sechs Leistungsmodule mit je einem Spannungs- und Stromeingang aufnehmen. Diese Module arbeiten entweder völlig unabhängig voneinander oder werden z.B. zu zwei dreiphasigen Systemen gekoppelt. Damit sind Wirkungsgrad­messungen zwischen Eingang und Ausgang eines Umrichters jeweils mit der Drei-Wattmeter­methode möglich.

»Die Kurvenformverläufe von Spannung und Strom heutiger Wechselstromsysteme sind im Allgemeinen extrem nicht-sinusförmig und weisen hohe harmonische Anteile mit hochfrequenten Überlagerungen durch Taktung auf«, so Huber. »Um diesem Umstand Rechnung zu tragen, weist das WT1800 eine Analogbandbreite von über 5 MHz und eine Abtastrate von 2 MSample/s bei 16 Bit Auflösung für jeden Eingang auf. Im Basisband ist eine Genauigkeit von 0,1 Prozent des Messwertes plus 0,05 Prozent des Messbereiches garantiert.«

Die Anzeige der Messergebnisse erfolgt in numerischer, grafischer, vektorieller oder spektraler Form auf einem 8,4-Zoll-Farbmonitor mit XGA-Auflösung. Optional steht auch ein Video-Ausgang für externe Monitore zur Verfügung. Pro Darstellungsart sind bis zu zwölf Bildschirmseiten konfigurierbar, um die Vielzahl der Parameter übersichtlich anzuzeigen. Erstmals gibt es zudem eine frei zu gestaltende Bildschirmseite, in die der Anwender auch externe Grafiken wie Flussdiagramme und Firmenlogos einbinden kann.

Wichtig in der Antriebstechnik ist die Messung der mechanischen Leistung, z.B. der Wellenleistung bei einem E-Motor. Dafür ist das WT1800 mit optionalen Eingängen für Drehzahl- und Drehmomentsensoren ausgestattet. Beide Eingänge eignen sich für analoge oder pulsförmige Signale. Zur Drehrichtungserkennung sind für pulsförmige Drehzahlsignale zweiphasige Eingänge (A/B) vorhanden. Ein zusätzlicher Z-Eingang für einen Synchronisationsimpuls erlaubt auch die Messung des elektrischen Phasenwinkels am Motor. Elektrische und mechanische Leistungsmessung verlaufen absolut synchron, so dass Wirkungsgrade mit hoher Genauigkeit und Stabilität ermittelt werden können.

Hinsichtlich der komplexen Signale wird eine flexible Filterung immer wichtiger. Entsprechend hat Yokogawa den WT1800 mit feingerasterten, digitalen Filtern ausgestattet, die unerwünschte Harmonische oder überlagerte Störsignale unterdrücken. Im Bereich von 100 Hz bis 100 kHz sind sie für jedes Leistungsmodul unabhängig in 100 Hz Schritten einstellbar. Weitere Analogfilter wirken wahlweise bei 300 kHz und 1 MHz.