Interview Neue Chancen für Sensoren durch Fahrzeugbatterie-Management

Interview, Teil 2: Über KI, Distribution und den Ausbau des Sensorik-Geschäfts

Spätestens seit IIoT und IoT ist Sensorik zunehmend mit dem Thema Wireless verbunden. Darüber hinaus übernehmen die zunehmend smarter werdenden Sensoren erste Analysen der ermittelten Daten, Stichwort KI. Folgt Bourns dieser Entwicklung?

Unsre Sensoren sind in der Lage, ein breites Spektrum angefangen beim Rohsignal bis hin zum Mikrocontroller-kalkulierten Nutzsignal zu liefern. Von KI würde ich bei unseren Sensoren nicht sprechen, jedoch davon, dass Bourns seinen Beitrag zum Gesamtsystem liefert, das sicherlich KI-fähig ist oder sein wird. Getriebe, und noch mehr die Lenkung, stellen hohe Ansprüche an die Sicherheit. Ansätze für Wireless wurden in der Raddrehzahlelektronik betrachtet, jedoch nicht weiterverfolgt. Dort hält die Luftschnittstelle noch einige Herausforderungen bereit, die vorher gelöst werden müssen.

Ist das Sensorik-Geschäft bei Bourns in erster Linie ein Distributionsgeschäft oder handelt es sich vor allem um direktes Geschäft mit OEMs und Tier-Ones?

Beim Geschäftsmodell verfolgen wir zwei ebenbürtige und starke Strategien. Bei der Industriesensorik wird vornehmlich das Modell mittels unserer Distributionspartner verfolgt. Dieser Weg bietet uns und dem Kunden ein starkes Logistik- und Design-in-Konzept. Im Gegensatz dazu findet das Geschäft der Bourns Automotive Division zu großen Teilen direkt mit den Kunden, meist Tier-Ones, statt. In Amerika ist das Geschäft mit den Automobilherstellern häufig anzutreffen. Die Geschäftstätigkeit mithilfe der Distribution ist dagegen eher selten der Fall.

Plant Bourns, sein Engagement im Sensorik-Bereich noch weiter auszubauen? Wenn ja, auf welche Sensortypen und -technologien richtet sich dabei das Hauptaugenmerk?

Schon heute sind die Ansprüche an Lenksysteme hoch und werden zukünftig noch herausfordernder werden. Ähnliches gilt für Getriebe- und Chassis-Anwendungen. Hier, zusammen mit der Entwicklungstätigkeit im Batteriebereich, liegt unser Hauptfokus. Auch bei den Komponenten wird Bourns sein Portfolio gezielt ausbauen. Anzuführen sind hier die Felder der Shunts für Batteriesysteme und das der MEMS, in dem wir unser Angebot bei Druck- und Feuchtesensoren für den Industriebereich strategisch stärken werden. Natürlich verfolgen wir die sich ändernden Marktanforderungen sehr aufmerksam und werden entsprechend reagieren.

Wird der weitere Ausbau des Sensorik-Geschäfts ausschließlich organisch erfolgen oder sind Sie in diesem Bereich auch an Akquisitionen interessiert?

Ziel ist das organische Wachstum aus der laufenden Entwicklungstätigkeit. Möglichkeiten, die sich im Markt auftun, werden wir jedoch sehr genau prüfen.

Das Interview führte Engelbert Hopf