Yokogawa Modularer ScopeCorder: Die Kombination macht’s!

Der DL350 ScopeCorder mit Touchscreen und drei Versorgungsvarianten

Vor wenigen Wochen hatte Yokogawa seine neue ScopeCorder-Generation vorgestellt. Das Besondere an dieser Kombination aus Oszilloskop und Datenrekorder ist ihre modulare Bauweise, die eine Vielzahl von Kombinationsmöglichkeiten erlaubt – und damit die Tür zu ganz neuen Einsatzbereichen öffnet.

Modularität ist Trumpf. Unter diesem Motto hat Yokogawa den neuen ScopeCorder DL350 entwickelt. Je nach Applikation können in zwei Steckplätzen bis zu 18 verschiedene Modultypen für Spannungen, Ströme, Frequenzen, Beschleunigungen, Temperaturen, serielle Nutzdaten etc. platziert werden.

Durch die Bedienung per Touchscreen…

...oder USB-Maus ist das Gerät einfach anzuwenden und in kürzester Zeit messbereit. Dank Akkubetrieb und einem Gewicht von ca. 4 kg eignet es sich auch für den mobilen, netzunabhängigen Einsatz.

Doch wie genau nutzt man den DL350 am sinnvollsten? Wo bringt er den größten Mehrwert für den Anwender?

Praxisbeispiel 1: Mobile Bewertung des Verhaltens von Umrichtern in Elektrofahrzeugen

Der DL350 ist in Kombination mit einem Spannungsmodul und einem CAN-Bus-Überwachungsmodul ein hilfreiches Tool, um die Effizienz und Leistung von Antriebssträngen in Elektrofahrzeugen zu beurteilen. Zum Hintergrund: In der Entwicklung im Automotive-Bereich sind viele Schritte nötig, um unterschiedliche Komponenten auf ihre Funktion zu prüfen und bis zur Serienreife zu führen. Nach unzähligen Komponententests im Labor und am Prüfstand folgt meist eine Gesamtfahrzeug-Erprobung, um das Zusammenspiel der Baugruppen und der einzelnen Komponenten zu testen.

Ein wichtiger Prüfpunkt dabei…

...ist die Bewertung des Verhaltens von Umrichtern in Elektrofahrzeugen anhand von Fahrversuchen. So lassen sich z.B. Schwankungen der Ein-/Ausgangsspannungen des Umrichters und der Batteriespannung in Verbindung mit der Gaspedalstellung und der Geschwindigkeit erfassen, um damit die korrekte Arbeitsweise zu testen.

Die Spannungen werden mit einem…

...2- bzw. 4-Kanal-Spannungsmodul erfasst, je nach Anforderung. Für die Erfassung der Gaspedalstellung und der Beschleunigung werden die übertragenen Nutzdaten aus dem Fahrzeug über den CAN-Bus herangezogen. Dies erfolgt mit dem CAN-Bus-Modul. In Kombination mit diesem Modul ist der DL350 in der Lage, sich als Teilnehmer auf den CAN-Bus zu „setzen“ und alle Nachrichten „mitzuhören“.

Über die ID des Datenframes…

...und die Position der Nutzdaten im Frame werden die nötigen Informationen gefiltert, dekodiert und als Trendkurve des übertragenen Wertes dargestellt. Damit ist es möglich, die realen Spannungswerte und die übertragenen Werte auf dem CAN-Bus gemeinsam anzuzeigen. Praxisgerecht ist dabei, dass die dekodierten Signalkurven genau gleich behandelt werden können wie ein analoges Signal.

Es können also Triggerbedingungen darauf angewandt sowie Cursor- oder Parameter-Messungen vorgenommen werden.

Für den Fahrversuch ist eine reine Aufzeichnung der Daten…

...zu empfehlen, um erst einmal das Verhalten des Gesamtsystems zu betrachten. Mit einer Abtastrate von 200 kSample/s der Spannungs- und CAN-Bus-Daten ist eine Aufzeichnung von bis zu 2,5 Stunden direkt auf die SD-Karte im Rekorder-Modus möglich. Dank des Akkubetriebs und der Schock- und Vibrationsfestigkeit des Gerätes kann der Anwender den DL350 im Fahrzeug mitnehmen. Wird während der Testfahrt ein Fehlverhalten festgestellt, kann er per Touch-Bedienung in das Ereignis zoomen, um es näher zu betrachten und zu analysieren. Gegebenenfalls kann er sofort im Oszilloskop-Modus weiter messen, ohne dass ein zweites Gerät nötig ist, um auf diesen bestimmten Fehler zu triggern und das Ganze mit einer höheren Abtastung zu erfassen.

Nützlich dabei sind die Trigger-Kombinationen…

...in ODER-Verknüpfung über alle Kanäle, denn so stehen alle Signale im Fokus und kein Fehler wird übersehen. Zudem ist es möglich, einen Triggerbereich festzulegen, sodass das Gerät auf das Überschreiten eines Pegels und gleichzeitig auf das Unterschreiten eines Pegels triggern kann.

Ein weiterer Vorteil während der Testfahrt…

...ist der History-Speicher. Auch wenn der Trigger aufgrund eines Fehlerfalls mehrfach auslöst und immer wieder die aktuelle Messung auf dem Bildschirm dargestellt wird, sind die vergangenen Messungen nicht verloren, sondern automatisch im History-Speicher abgelegt. Somit können nach der Testfahrt alle erfassten Ereignisse auf einmal in einer Datei gespeichert und auf einem USB-Stick oder der SD-Karte abgelegt werden, um anschließend im Büro die Auswertung durchzuführen.