Interview mit Maria Heriz, Tektronix »Mit unserem Midrange-Portfolio setzen wir ein klares Zeichen«

Maria Heriz, Commercial Vice President EMEA von Tektronix: »Mit unseren Produkten sind wir heute sehr gut aufgestellt. Aber wir wollen besser werden.«

Tektronix hat sich in den letzten Jahren gewandelt: vom hardware- zum anwendungsorientierten Unternehmen. Was das für den Messtechnik-Spezialisten bedeutet und wie er sich auf dem umkämpften Oszilloskopmarkt behauptet, erläutert Maria Heriz, Commercial Vice President EMEA.

Markt&Technik: Vor einigen Wochen wurde bekannt, dass Tektronix wieder einen neuen Präsidenten hat. Tami Newcombe folgte Marc Tremblay, der diese Position erst Anfang des Jahres übernahm. Dieser erneute Führungswechsel kam relativ überraschend. Was waren die Gründe für diese Veränderung?

Maria Heriz: Nur wenige Wochen, nachdem Marc Tremblay zu Tektronix kam, wurde der ehemalige Präsident von Fluke zum Senior Vice President von Fortive, unserer gemeinsamen Muttergesellschaft, befördert. Es war sofort klar, dass Marc als sein Nachfolger genau der Richtige ist. Deshalb übernahm Tami Newcombe, die Tektronix schon seit 2017 als Commercial President verstärkt, die Position als Präsidentin von Tektronix.

Ich persönlich sehe diese zügige Umsetzung sehr positiv, denn es zeigt, dass Fortive in der Lage ist, sehr schnell Entscheidungen zu treffen, ohne dass Tektronix negativ davon beeinflusst wird.

Erwarten Sie strategische Veränderungen unter der neuen Führung?

Tami wird weiterhin an der Entwicklung unserer neuen Produkte und Technologien arbeiten und unsere Kompetenzbereiche weiterentwickeln. Sie hat einen überzeugenden Hintergrund – sowohl aus vertrieblicher als auch technischer Sicht – und das ist die Basis für unsere aktuelle Strategie.

Stichwort Strategie: Wie sehen Sie Tektronix derzeit strategisch aufgestellt?

Tektronix hat in den letzten Jahren viele großartige Produkte auf den Markt gebracht. Damit sind wir heute sehr gut aufgestellt. Aber wir wollen besser werden. Es liegt also noch viel Arbeit vor uns, um die Herausforderungen der Ingenieure weiterhin zu bewältigen.

Welchen Stellenwert hat der deutsche Markt für Tektronix?

Deutschland ist für uns schlicht und ergreifend der wichtigste Markt in EMEA. Nicht nur, weil es der größte Markt ist, sondern auch weil sich hier viele Innovationen abspielen, zum Beispiel im Bereich der Leistungselektronik, Industrie 4.0 oder in der Automobilindustrie. Wir pflegen außerdem sehr enge Beziehungen zu Forschungszentren und Universitäten in Deutschland, denn auch hier gibt es viele spannende Entwicklungen, etwa im Bereich der optischen Kommunikation.

Tektronix war jahrzehntelang unangefochtener Marktführer im Oszilloskop-Segment. Nun hat die Konkurrenz jedoch stark aufgeholt. Welche Maßnahmen ergreifen Sie, um Ihre Marktposition zu halten bzw. weiter auszubauen?

Ja, der Wettbewerb ist hart und vor unseren Mitbewerbern habe ich großen Respekt. Aber unsere neuen Mixed-Signal-Oszilloskope der Serie 3 und Mixed-Domain-Oszilloskope der Serie 4 sind das beste Beispiel dafür, was wir tun, um unsere Marktführerschaft in diesem Bereich weiter zu behaupten und auszubauen. Sie zeichnen sich aus durch ein modernes Benutzer-Interface, selbst entwickelte ASICs, nur von Tektronix verfügbaren Messspitzen für isolierte Messungen und zum Beispiel Software für automatisierte Messungen im Bereich Leistungselektronik. Mit unserem kompletten Midrange-Portfolio setzen wir ein klares Zeichen für die Investitionen, die wir in den letzten Jahren getätigt haben. Damit sind wir an der Spitze des Marktes.