Messtechnikspezialist veröffentlicht Halbjahreszahlen des Geschäftsjahres 2011/12 LEM: Weltweite Verunsicherung wirkt sich auf Ergebnisse aus

LEM hat die ersten sechs Monate des Geschäftsjahres 2011/2012 mit einem Umsatz von 125,5 Millionen CHF und einem Reingewinn von 15 Millionen CHF abgeschlossen. Dennoch sind weitere Sparmaßnahmen angekündigt.

Im Vergleich zum Vorjahreszeitraum ist der Umsatz des schweizerischen Spezialisten für Messlösungen für elektrische Parameter um 11,5 Prozent zurückgegangen, der Auftragseingang sogar um 56,4 Prozent auf 80,4 Millionen CHF. Dieser Wert umfasst jedoch Stornierungen im Wert von 24,5 Mio. CHF im Solargeschäft; bereinigt um die Stornierungen beläuft sich der Auftragseingang auf 104,9 Mio. CHF.

»Noch vor einem Jahr war der Auftragseingang ungewöhnlich hoch, so dass LEM seine Kapazitäten ausbauen musste, um die Marktnachfrage zu decken«, erklärt François Gabella, CEO von LEM. »In der Zwischenzeit hat sich das wirtschaftliche Umfeld verändert. Die Staatsschuldenkrise führt zur Verunsicherung über die Entwicklung der Weltwirtschaft und folglich auch über die kurzfristige Entwicklung unserer Märkte. Darüber hinaus haben unser Umsatz und die Profitabilität unter der Aufwertung des Schweizer Frankens gelitten.« Trotz der Herausforderungen der ersten Jahreshälfte 2011/12 bewertet Gabella die Ergebnisse als eine solide Leistung. »Im schwierigen Marktumfeld konnten wir dank der strengen Kostenkontrolle eine operative EBIT‑Marge von über 15 Prozent erzielen«, so der CEO.

Vor allem das Industriesegment des Unternehmens leidet unter der schwachen Konjunktur. So sank der Umsatz dort gegenüber dem Vorjahreszeitraum um 13,4 Prozent auf 113,3 Millionen CHF. Das Geschäft mit erneuerbaren Energien und Stromversorgungen schwächte sich Anfang des vierten Quartals 2010/11 ab. Dieser Trend zeichnete sich vor allem in Italien, Deutschland und China ab und war eine Folge der Subventionskürzungen im Sektor erneuerbare Energien sowie des anhaltenden Lagerbestandsabbaus bei den Kunden. Das Traktionsgeschäft, das sowohl vom Konjunkturzyklus als auch von der öffentlichen Nachfrage getrieben wird, erwies sich für LEM als stabil.

Ein solides Volumenwachstum verzeichnete LEM im Automobilsegment: Der Umsatz stieg um 11,9 Prozent auf 12,3 Mio. CHF. Im Geschäft mit konventionellen Automobilen hat LEM seinen Marktanteil in Asien und Nordamerika erhöht. Im Geschäft mit umweltfreundlichen Automobilen (Hybridelektrofahrzeuge und Elektrofahrzeuge) hielt der positive Trend der letzten Quartale an.

Einsparungen geplant

Aufgrund des anhaltenden Auftragsrückgangs und der Aufwertung des Schweizer Frankens hat LEM seine Kostensenkungsmaßnahmen verstärkt, die schon bei den ersten Anzeichen der Marktabschwächung Ende des letzten Geschäftsjahres eingeleitet worden waren. Die geplanten Schritte umfassen einen weltweiten Personalabbau. Die Zahl der Mitarbeiter wird von rund 1300 am 30. Juni 2011 auf unter 1100 reduziert. LEM geht davon aus, dass die Kapazitätsanpassung zu vierteljährlichen Einsparungen von 1,1 Mio. CHF führt, die ab dem 4. Quartal 2011/12 voll zum Tragen kommen.

Ausblick

Im zweiten Halbjahr 2011/12 erwartet LEM eine Stabilisierung des Auftragseingangs im Industriesegment auf niedrigem Niveau und einen weiteren Rückgang des Umsatzes im Vergleich zum ersten Halbjahr 2011/12. Das Automobilsegment wird von der aktuellen Wachstumsdynamik profitieren. Für das Geschäftsjahr 2011/12 ist das Unternehmen hinsichtlich seiner Märkte vorsichtig und prognostiziert einen Umsatz von 200 bis 230 Mio. CHF, verglichen mit 296,2 Mio. CHF im Vorjahr.