Funktionale Biometrie Körperreaktion als Passwort

Sich per Fingerabdruck oder Iris-Scan zu authentifizieren, ist eine praktische Alternative zum - oft vergessenen - Passwort. Doch auch biometrische Verfahren haben Nachteile. Wissenschaftler der UDE erforschen nun, wie sich Biometrie und Passwort-Schutz kombinieren lassen.

Die Forscher der Arbeitsgruppe Human-Computer-Interaction an der  Universität Duisburg-Essen (UDE) nehmen in diesem Vorhaben eine neue Klasse biometrischer Authentifizierungsverfahren in den Fokus: die Funktionale Biometrie.

Hierbei erzeugt das System, an dem sich eine Person anmelden will, ein Eingangssignal und überträgt es auf den Körper. Dieses Signal kann ein auditiver, elektrischer oder haptischer Reiz sein, der eine nutzerspezifische Reaktion auslöst. Wenn z.B. Schall über eine Datenbrille in den Schädel gegeben wird, verändern die Schädelknochen ihn auf eine charakteristische Weise. Das veränderte Schallsignal kann gemessen und mit einer zuvor gespeicherten Reaktion verglichen werden. 

So wird also mit dem Körper des Nutzers…

...ein biometrisches Passwort erzeugt. Professor Dr. Stefan Schneegaß sagt über den Vorteil dieser Technik: »Die Körperreaktion ist wie der Fingerabdruck von Person zu Person verschieden. Allerdings hinterlässt sie nicht überall Spuren, die für jeden zugänglich sind.«

Ziel seines Projektes ist es,…

...den Gestaltungsraum von funktional biometrischen Ansätzen zu untersuchen und außerdem zu testen, welche Sensoren und Aktoren sich prinzipiell zur Authentifizierung an Computern oder Smartphones eignen.

Außerdem wollen die Wissenschaftler Modelle und Algorithmen für Forschungsdemonstratoren entwickeln, an denen sich Probanden automatisch authentifizieren können.