Neues Label für Hameg und Direktvertrieb durch Rohde & Schwarz Interview: »Die Marken Rohde & Schwarz und Hameg wachsen enger zusammen«

André Vander Stichelen, Rohde & Schwarz (links, im Gespräch mit Markt&Technik-Redakteurin Nicole Wörner): »Wir wollen nach innen und außen deutlich machen, dass wir zueinander gehören. Wir wachsen immer enger zusammen, und das darf – und muss – man auch klar darstellen.«
André Vander Stichelen, Rohde & Schwarz (links, im Gespräch mit Markt&Technik-Redakteurin Nicole Wörner): »Wir wollen nach innen und außen deutlich machen, dass wir zueinander gehören. Wir wachsen immer enger zusammen, und das darf – und muss – man auch klar darstellen.«

Künftig wird auf dem Logo aller Hameg-Produkte auch der Name der Hameg-Mutter Rohde & Schwarz zu sehen sein. Und auch der Vertrieb verzahnt sich zunehmend. Wir sprachen mit André Vander Stichelen, Director Sales and Business Development T&M GP Market von Rohde & Schwarz über die Beweggründe für das neue Logo und über die Vertriebsstrategien des Unternehmens im General-Purpose-Markt.

Markt&Technik: Rohde & Schwarz hat bekannt gegeben, dass die Produkte der Tochtergesellschaft Hameg Instruments künftig ein so genanntes »Dual Label« tragen werden, auf dem erstmals der Name Rohde & Schwarz deutlich zu sehen sein wird. Was hat zu dieser Entscheidung geführt?

André Vander Stichelen: Nun, zunächst einmal wollen wir nach innen und außen deutlich machen, dass wir zueinander gehören. Wir wachsen immer enger zusammen, und das darf – und muss – man auch klar darstellen. Entsprechend haben wir uns entschlossen, ab 1.1.2012 alle neuen Hameg-Geräte sukzessive mit den neuen Logos auszuliefern. Wir erwarten, dass dieser Prozess bis Ende des ersten Quartals 2012 abgeschlossen sein wird. Ab dann sollten alle Produkte dieses Label erhalten.

Was verspricht sich Rohde & Schwarz von dem »Dual Label«?

Zunächst einmal wollen wir damit die Assoziation der Marken Hameg und Rohde & Schwarz erhöhen und auf internationaler Ebene unsere Markenbekanntheit - und damit auch unser Wachstum - steigern. Bei unseren Benchmark-Studien hat sich herausgestellt, dass die Marke Hameg zwar in Deutschland sehr bekannt ist, es international jedoch Verbesserungsbedarf gibt. Der Markenname Rohde & Schwarz hingegen ist weltweit ein Begriff und steht für Qualität und Zuverlässigkeit. Dies möchten wir nutzen und die Marke Rohde & Schwarz sozusagen als Lokomotive für den internationalen Erfolg Hamegs nutzen.

Welche Ziele sind mit dem neuen Label verknüpft und welchen Zeitrahmen für deren Erreichung haben Sie definiert?

Ein reines Zahlenziel haben wir nicht festgelegt. Aber Sie haben natürlich Recht, man braucht Ziele und muss auch Zeiträume festlegen. Unser primäres Ziel als Muttergesellschaft ist, dass wir das im Vergleich zum gesamten Messtechnikmarkt überproportionale Wachstum unserer Tochter Hameg weiterhin sicherstellen und vorantreiben. Ein weiteres Ziel für Rohde & Schwarz ist, dass wir uns im General-Purpose-Marktsegment auch mit Hilfe der Hameg-Produkte noch besser etablieren wollen. Beide Ziele lassen sich unter anderem an der Entwicklung der Marktanteile messen. Aber wir verfallen nicht in Aktionismus, sondern wir werden die Entwicklung über die nächsten Jahre genau beobachten und bewerten.

Welche Maßnahmen ergreifen Sie – abgesehen vom neuen Label -, um den Markenzusammenhang noch deutlicher nach außen zu transportieren?

Wir planen gemeinsame Branding-Kampagnen, um uns einerseits im Oszilloskop-Bereich bekannter zu machen und andererseits den Markt in seiner Breite stärker zu adressieren. Hameg hat sich in den vergangenen Jahren stark weiterentwickelt. Das Unternehmen trägt mittlerweile die Handschrift von Rohde & Schwarz - mit allen Qualitätsmerkmalen, die dazugehören. Auch dies wird einer der Schwerpunkte unserer Branding-Kampagnen sein.

Hameg ist bislang für das Niedrigpreis-Segment bekannt, Rohde & Schwarz haftet eher ein gewisses Rolls-Royce-Image an. Welches Ansehen möchten Sie mit dem neuen Label transportieren?

Ich glaube, dieses Rolls-Royce-Image haben wir gar nicht mehr. Damit assoziiert man »teuer«. Aber das lässt der Messtechnikmarkt heutzutage gar nicht mehr zu. Wie alle Mitbewerber müssen auch wir marktfähige Preise haben, insofern hat sich der Markt diesbezüglich angeglichen. Aber auch das Kaufverhalten der Kunden hat sich verändert: Früher haben die Kunden viele »Nice-to-have«-Features gleich mitbestellt. Heutzutage kaufen sie nur das, was sie aktuell brauchen, achten aber sehr darauf, dass die Geräte aufrüstbar sind, um ein möglichst hohes Maß an Zukunftssicherheit zu erlangen. Dies bieten wir mit unseren Produkten. Mit dem Dual Label wollen wir nach innen und außen zeigen, dass wir die Marke Hameg im Markt halten, und dabei dennoch verdeutlichen, dass eine starke Mutter Rohde & Schwarz hinter den General-Purpose-Produkten von Hameg steht.

Rohde & Schwarz stellt sich im neuen Logo stärker in den Vordergrund als bislang. Sehen Sie darin nicht auch eine Gefahr? Immerhin haben Sie einen Ruf zu verlieren…

Nein, wir stehen voll und ganz hinter unserer Tochter – mit allem, was dazu gehört. Die Verschmelzung hat ja bereits vor längerem begonnen. So wurde Mitte vergangenen Jahres die Hameg-Produktion in die Rohde&Schwarz-Fertigungen integriert. Zudem nutzen wir Synergien in der Entwicklung, und auch sonst ist die Zusammenarbeit sehr eng. Wir können guten Gewissens sagen, dass Hameg die strengen Rohde&Schwarz-Qualitätsansprüche erfüllt. Insofern sehen wir auch keine Gefahr für unseren guten Ruf.