Datatec (Exklusiv-Interview) »Internationalisierung ist für uns ein wichtiger Wachstumsfaktor«

Hans Steiner, Datatec: »Jeder gute Unternehmer muss sich Strategien überlegen, wie er seine Firma nachhaltig und zukunftssicher aufstellen kann.«

Zum 1. Januar 2018 hat Datatec ein Joint Venture mit dem spanischen Messtechnik-Distributor Ayscom geschlossen und eine eigene Niederlassung in Spanien eröffnet. Details zu den Hintergründen gibt Hans Steiner, Gründer und CEO von Datatec, im Exklusiv-Interview mit Markt&Technik.

Markt&Technik: Herr Steiner, die vordringlichste Frage lautet: Warum überhaupt diese Expansion ins Ausland? Gibt der deutsche Markt nicht mehr genug her?

Hans Steiner: In der Tat sind wir in Deutschland mehr oder weniger an die Grenzen unserer Wachstumsmöglichkeiten gekommen. Zwar sehen wir Wachstumsimpluse im Bereich Power, Netzgeräte, Batterietester. Unser Kerngeschäft – die Messtechnik – hingegen stagniert. Die Preise für die Produkte sinken, gleichzeitig steigen aber die Kosten und die Löhne. Konkret ausgedrückt müssen wir pro Jahr ein Wachstum von mindestens drei Prozent erzielen, um kostendeckend zu arbeiten. Das wird zunehmend schwierig.

Das ist Ihnen in den vergangenen Jahren bestens gelungen – allein im Geschäftsjahr 2016/2017 lag Ihr Umsatzwachstum bei 18 Prozent, von 43 auf 51 Millionen Euro…

Ja, aber es ist in jedem Jahr wieder eine Herausforderung. Und jeder gute Unternehmer muss sich Strategien überlegen, wie er seine Firma nachhaltig und zukunftssicher aufstellen kann. Unser Mittel der Wahl ist die Internationalisierung.

Warum gerade Spanien?

Nach der strategischen Chancenanalyse des europäischen Marktes haben wir Spanien als vielversprechenden Zukunftsmarkt erkannt.

Mit welchem Team starten Sie in Spanien?

Wir haben ein Joint Venture mit dem langjährigen spanischen Keysight-Distributor Ayscom gegründet. Der Name des neuen Unternehmens lautet AyscomDatatec S.E. Geschäftsführer wird der bisherige CEO von Ayscom, Pedro Martin sein. Betreut wird er von Martin Pühl, einem unserer drei Vertriebsleiter. Martin Pühl hat schon einmal in Spanien gelebt und ist mit der Sprache und der Mentalität bestens vertraut.

Es ist also keine Akquisition eines spanischen Partners?

Nein, das war für beide Seiten keine Option. In dieser Konstellation ist das Joint Venture eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Ayscom ist als Distributor recht groß für spanische Verhältnisse. Das Unternehmen beschäftigt insgesamt 27 Mitarbeiter – davon 18 im Bereich Protokollanalysatoren für die Telekommunikation. Wichtigste Produkte für dieses Segment sind die Protokollanalysatoren von Ixia. Weitere neun Mitarbeiter fokussieren auf den Vertrieb der Keysight- und Rohde&Schwarz-Produkte – also von Messgeräten, so wie die Datatec AG. Und mit diesem Bereich von Ayscom gründen wir das Joint Venture. Dieser Bereich erwirtschaftet rund 3,5 Millionen Euro Jahresumsatz.