Datatec (Exklusiv-Interview) »Internationalisierung ist für uns ein wichtiger Wachstumsfaktor«

"Die Expansion hält mich auf Trab..."

Mit dem durch die Expansion zu erwartenden Zusatzgeschäft – wie kann Ihr Team in Reutlingen das organisatorisch bewältigen?

Wir bauen derzeit in direkter Nachbarschaft zu unseren bestehenden Gebäuden ein neues Technologie- und Logistikzentrum mit 1500 qm Fläche – davon sind alleine rund 1000 qm für die Logistik vorgesehen. Im Mai 2018 soll der Bau fertiggestellt sein. Wir investieren hier rund 4,5 Millionen Euro. Das klingt zunächst viel, doch wir adressieren damit eine der wichtigsten Anforderungen unserer Kunden: die schnelle Lieferung. Im neuen Gebäude wollen wir unsere Lagerhaltung optimieren, sodass Kunden die kürzest mögliche Lieferzeit erwarten können.

Bislang hatten die Katalogdistributoren gegenüber uns Fachhändlern in diesem Punkt die Nase oft vorne. Das wird dann vorbei sein. Mit der größeren Lagerfläche und den optimierten Abläufen nehmen wir ihnen diesen Vorteil – denn künftig werden auch wir viele Geräte innerhalb von 24 Stunden liefern können. Somit können wir zu unserer besseren technischen Beratung auch noch schnell liefern.

Was wird aus den bisherigen Lagerflächen?

Die werden wir für unsere Mitarbeiter attraktiv umbauen. Geplant sind unter anderem ein Café und Restaurant und ein Silent Room. Hier geht es in erster Linie darum, Räumlichkeiten mit Wohlfühlcharakter für die Mitarbeiter zu schaffen.

Vor gut einem Jahr haben Sie Datatec in eine nicht börsennotierte Aktiengesellschaft überführt. Im Zuge dessen haben Sie Anteile an fünf Mitarbeiter verkauft, die zusammen mit Ihnen nun die Führungsriege bilden. Wie hat sich diese neue Struktur bewährt?

Sehr gut. Die internen Prozesse laufen reibungslos, die Chemie untereinander stimmt. Jeder trägt seine Verantwortung und füllt seine Position bestens aus. Hintergrund der Entscheidung damals war, dass ich frühzeitig meine Nachfolge regeln und das Unternehmen damit zukunftssicher aufstellen wollte. Das ist uns gut gelungen. Wir bekommen sehr positives Feedback von den Mitarbeitern, Kunden und Lieferanten – für die unsere neue Struktur natürlich auch ein höheres Maß an Planungssicherheit bedeutet.

Sie haben damit ein gewisses Maß an Entscheidungsfreiheit abgegeben. Wie ist das heute für Sie?

Auch nach einem Jahr kann ich sagen, es war die richtige Entscheidung. Dennoch war es am Anfang natürlich nicht ganz einfach. Nach über 30 Jahren als Alleinverantwortlichem Entscheidungen nun im Gremium treffen zu müssen war für mich eine ganz neue Erfahrung. Es ist für uns alle – für mich genauso wie für die Kollegen – ein Lernprozess. Der aber durchaus auch Spaß macht…

Sie teilen nun die Arbeit und die Verantwortung. Gibt Ihnen das – wie erhofft – mehr Freizeit?

(Lacht) Nein, leider nicht. Die Expansion nach Spanien und der Neubau halten mich immer noch kräftig auf Trab. Aber ich hoffe, dass ich nächstes Jahr um die Zeit schon ein wenig entspannter sein kann.

Das Interview führte Nicole Wörner.