Für IoT und Industrie 4.0 Infineon startet IoSense-Pilotprojekt

Dr. Reinhard Ploss, CEO von Infineon,und Stanislaw Tillich, Ministerpräsident von Sachsen
Dr. Reinhard Ploss, CEO von Infineon,und Stanislaw Tillich, Ministerpräsident von Sachsen

Das »IoSense«-Pilotlinienprojekt ist nicht nur wegen der finanziellen Ausstattung von 65 Mio. Euro bemerkenswert, es zeigt auch ein Umdenken der europäischen Forschungspolitik: Pilotfertigungen zu unterstützen, gilt nicht mehr als anrüchig.

Im Gegenteil: Pilotlinien werden jetzt als wesentliches Element gesehen, um die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Industrie im globalen Wettbewerb in Zeiten von IoT und Industrie 4.0 zu stärken.

»Die Einbeziehung der Pilotfertigung geht über das, was in den bisherigen Forschungsprojekten getan wurde, weit hinaus«, sagt Ministerialdirektor Prof. Dr. Wolf-Dieter Lukas, Leiter Schlüsseltechnologien des BMBF. Das zeige: Die EU hat die Mikroelektronik als eine Schlüsselindustrie erkannt und treibe nicht mehr nur die klassische, althergebrachte Forschungspolitik voran, sondern gehe neue Wege. »Das war nicht immer so«, sagt Lukas und freut sich umso mehr, dass »jetzt im Bund alle hinter uns stehen.« Die strategische Bedeutung der Mikroelektronik sei jetzt allen klar, fahrerlose Autos und Industrie 4.0 gebe es eben ohne Mikroelektronik und Sensorik nicht. »Das können wir hierzulande und darauf haben wir gesetzt«, so Lukas.

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IoSense - 200-mm-Pilotlinien-Projekt bei Infineon

An den Infineon-Standorten Dresden und Regensburg werden drei Pilotlinie für das Projekt IoSense entstehen

Das sieht auch Sachsens Ministerpräsident Stanislaw Tillich so: »Forschung und Produktion zu verbinden und IP zu entwickeln, auf dieses Ziel hat sich auch die Koalition geeinigt.« Besonders freut er sich, dass Sachsen mit einem der größten Mikroelektronik-Clustern Europas, in dem viele hundert Firmen zusammenspielen, einen wesentlichen  Beitrag zu IoSense leistet. Das föderale System sei sogar förderlich, ergänzt Prof. Wolf-Dieter Lukas, weil sich die Erkenntnisse von Landesebene über den Bund bis auf EU-Ebene hochrechnen ließen. »So erzielen wir die Vernetzung auf europäischer Ebene, die dringend erforderlich ist, um im globalen Wettbewerb bestehen zu können.« Und auch ein Land wie Sachsen könne sich so  bis auf die europäische Ebene einbringen.

Den neuen Ansatz unter Einschluss der Pilotlinien sieht auch Dr. Reinhard Ploss, CEO von Infineon, als entscheidend und zukunftsweisend an: Zwar seien Deutschland und Europa in den Bereichen Sensorik, Leistungselektronik, Embedded Systeme und Software sowie Automatisierung und industrielle Fertigung sehr gut aufgestellt. Es müsste nun aber Geschwindigkeit aufgenommen und vor allem die Brücke von der Grundlagenforschung zur industriellen Fertigung geschlagen werden.  Hier seien Pilotlinien von hoher Bedeutung, denn so könne die Wettbewerbsfähigkeit der industriellen Produktion erhöht werden. »Nur wenn Leistungsfähigkeit und Preis der Sensorsysteme stimmen, wird IoT den Markt grundlegend verändern. Deshalb müssen wir diese Forderungen erfüllen können, um den Markt selber gestalten zu können, anstatt hinterher zu rennen«, sagt Dr. Reinhard Ploss.  »IoSense schlägt ein neues Kapitel auf«, ergänzt Matthias Kamolz, Business Director von Infineon Technologies in Dresden. »In drei Jahren, wenn das Projekt abgeschlossen sein wird, werden wir ganz neue Sensoren und Sensorsysteme entwickelt haben, unverzichtbare Bausteine für IoT und Industrie 4.0.«