Über 100 offene Ingenieurstellen ifm erzielt Rekordjahr – dennoch: Ingenieurmangel bremst Wachstum

2011 war für ifm electronic erneut ein Rekordjahr: Mit 570 Millionen Euro und einem Plus von über 20 Prozent gegenüber dem Vorjahr erzielte der Sensor-und Automatisierungstechnik-Hersteller den höchsten Umsatz seiner Firmengeschichte. Und bis 2018 soll sogar die Marke von 1 Milliarde geknackt werden – vorausgesetzt es finden sich entsprechend qualifizierte Mitarbeiter.

Die Jahresergebnisse für 2011 des familiengeführten Mittelstandunternehmens sind nach Aussage des geschäftsführenden Gesellschafters Michael Marhofer seit Firmengründung im Jahr 1969 nahezu konstant von zweistelligen Wachstumsraten geprägt. Lediglich im weltweiten Krisenjahr 2009 brachen die Umsätze ein, doch das wurde durch antizyklische Investitionen in Vertrieb und Entwicklung bereits im darauffolgenden Jahr wieder wettgemacht.

Für 2012 plant Marhofer eine weitere Umsatzsteigerung auf 620 Mio. Euro. Dafür investiert das Unternehmen bis 2013 noch einmal 100 Mio. Euro am Standort Deutschland, allein 30 Mio. Euro fließen in den neu gegründeten Geschäftsbereich ifm automotive. Hier ist das Unternehmen bereits als Hersteller und Lieferant von Keyless-Entry-Systemen und automatischen Heckklappenöffnungen bei verschiedenen Automobilunternehmen gelistet.

Großes Marktpotenzial sieht Marhofer auch in der Umfelderkennung durch 3D-Kameras: »Hier wird sich im Automobilbereich in den nächsten Jahren sehr viel bewegen, und wir sind als der führende Technologieentwickler ganz vorne mit dabei.« Weitere Investitionsschwerpunkte von ifm electronic liegen in der Entwicklung von Produkten zur Maschinendiagnose, der optimierten Energie- und Rohstoffverwendung, bei Systemen zur Bilderkennung in Produktion und Logistik, sowie im Bereich der alternativen Energien.

Ingenieurmangel bremst das Wachstum

In 2018 will das Unternehmen laut Michael Marhofer die Marke von einer Milliarde Euro Umsatz erreichen. Voraussetzung dafür ist allerdings die erfolgreiche Rekrutierung von weiteren Ingenieuren. »Denn für ein Technologieunternehmen wie ifm electronic gilt: ohne Entwickler, keine Innovationen, und ohne Innovationen keine Entwicklung«, so Marhofer. »Wir suchen am Standort Deutschland aktuell über 100 Ingenieure für 250 Entwicklungsprojekte. Aber der Bewerber-Markt ist nahezu leergefegt. Das bremst unser Wachstum ungemein.«

Der anhaltende Ingenieurmangel in Deutschland habe bereits dazu geführt, dass das Unternehmen im letzten Jahr weitere Entwicklungs- und Fertigungsstandorte in den USA, Singapur und Polen aufgebaut habe. Insgesamt wurden 39,2 Mio. Euro in den Um- und Ausbau von Standorten investiert. Von den neuen Entwicklungsstandorten verspricht sich das Unternehmen einen Zugang zum Ingenieursnachwuchs in diesen Ländern. »Mit USA, Singapur und Polen haben wir uns für Standorte entschieden, die ein großes Potenzial an gut ausgebildeten Ingenieuren verfügen«, erklärt Marhofer. »Unser neuer polnischer Standort Opole ist zum Beispiel in direkter Nähe zu einer der großen Technischen Universitäten des Landes.«