Wiederverwendung von One-Time-Programmable-Bauteilen HTV entwickelt Verfahren für die Neuprogrammierung von OTP-Bauteilen

Mit Hilfe des »OTP-Alive«-Verfahrens kann der Halbleiterspezialist HTV OTPs löschen und wieder neu programmieren.
Mit Hilfe des »OTP-Alive«-Verfahrens kann der Halbleiterspezialist HTV OTPs löschen und wieder neu programmieren.

Der Halbleiterspezialist und Testdienstleister HTV Halbleiter-Test & Vertriebs-GmbH hat ein bislang einzigartiges Verfahren entwickelt, mit dem sich One-Time-Programmable-Bauteile (OTPs) löschen und wieder neu programmieren lassen.

OTPs - nur einmal programmierbare Bausteine - und EPLDs (Erasable Programmable Logic Devices) ließen sich bisher nach der einmal erfolgten Erstprogrammierung nicht mehr elektrisch löschen und anschließend neu programmieren. Dies führte dazu, dass bei einem Softwarefehler der komplette Baustein ausgetauscht und verschrottet werden musste. Weil die entsprechenden Technologien mittlerweile auf dem Rückzug sind und zum Beispiel durch reprogrammierbare Flash-Technologien ersetzt werden, scheint sich diese Thematik von selbst zu lösen.

Allerdings besteht dieses Problem im Bereich des Ersatzteilmanagements - speziell für abgekündigte und obsolete Teile – noch ganz massiv. Austauschkomponenten sind beispielsweise mit dem falschen Softwarestand programmiert und neue Chips nicht mehr verfügbar. Unter Umständen können aufgrund dessen komplette Fertigungsanlagen nicht mehr in Betrieb gehen und ein aufwendiges Re-design inklusive der zughörigen Qualifizierungen und Zertifizierungen wird notwendig.

Für dieses Problem hat HTV das »OTP-Alive«-Verfahren entwickelt. Damit lassen sich Bauteile, wie zum Beispiel UPD75Pxxx, NM27C256xxx oder EP910xx löschen und wieder mit einem neuen Programm beschreiben. Damit werden auch die bereits programmierten älteren Bauteile wieder einsatzfähig. Und selbst bei ausgelöteten Refurbished-Komponenten ist das neue Verfahren von HTV anwendbar.

»Der besondere Vorteil des OTP-Alive-Verfahrens gegenüber dem Re-design einer kompletten Baureihe kompensiert bei weitem den erhöhten Bearbeitungsaufwand«, betont Edbill Grote, Geschäftsführer von HTV. »Vom Platinen-Layout bis zur Programmierung der eingesetzten OTPs müssen keine Veränderungen im Produktionsprozess vorgenommen werden. Zudem entfallen die erforderlichen zeit- und kostenintensiven Neufreigaben re-designter Baugruppen.«

HTV prüft im Einzelfall, ob die zu löschenden Bauteile mit dem neuen Verfahren zu bearbeiten sind, weil nicht alle OTPs - besonders Programmable-Array-Logic- und Hard-Array-Logic-Bauteile - neu programmiert werden können. Parallel zur Neuprogrammierung bietet sich, hinsichtlich der bereits fortgeschrittenen Alterung der noch verfügbaren Teile oder des Zustandes von Refurbished-Komponenten, eine Neuverzinnnung oder Umlegierung der Anschlusspins nach dem »HTV-NovaTIN«-Verfahren an. Am Ende erhält der Kunde gelöschte, getestete und neuprogrammierte Bauteile, die sich wie Neuteile verarbeiten lassen.