Die Quelle der Oh-my-God-Partikel Handy-App soll universelles Geheimnis lüften

Der Nachthimmel mit dem Band der Milchstraße und einer Detektorstation im Vordergrund vor einem der vier Fluoreszenzteleskop-Gebäude, in dem sich sechs Teleskope befinden, die zusammen eine 180-Grad-Sicht erlauben.
Der Nachthimmel mit dem Band der Milchstraße und einer Detektorstation im Vordergrund vor einem der vier Fluoreszenzteleskop-Gebäude, in dem sich sechs Teleskope befinden, die zusammen eine 180-Grad-Sicht erlauben.

Wo kommen die höchst energiereichen Oh-my-God-Teilchen her, die die Erde treffen? Eine Smartphone-App soll das Geheimnis jetzt lüften.

Winzig klein und trotzdem energiegeladen wie keine anderen bekannten Teilchen im Universum. US-Forscher wollen diesen mysteriösen Oh-my-God-Teilchen (OMG) mit einer Smartphone-App das Geheimnis ihrer Herkunft entlocken.

Ein Team um den Physiker Daniel Whiteson von der University of California in Irvine will dazu die Kameras und eine speziellen App nutzen.
»Wenn wir ein einziges OMG-Teilchen erwischen, lernen wir nicht allzu viel. Die App wird uns sagen, aus welcher Richtung am Himmel es gekommen ist. Aber wenn mehr Nutzer mitmachen und wir 10 oder 100 oder 1000 davon sehen, dann können wir anfangen, zu verstehen, wo genau sie herkamen. Das könnte uns einen Hinweis geben, was - oder wer - sie produziert«, sagt Whiteson.

Ein mit der App ausgerüstetes Handy müsste dazu – mit lichtdicht abgeklebter Linse und auf den Nachthimmel ausgerichtet – dauerhaft im Filmmodus laufen. Eingefangene Teilchen würden sich dann als kurz aufleuchtendes Pixel verraten – die App würde Zeitpunkt und Richtung an eine Sammelstelle melden.

Eine tolle Marketing-Idee

Karl-Heinz Kampert von der Uni Wuppertal, einer der führenden deutschen Experten für hochenergetische Strahlung und OMG-Teilchen, lobt das als tolle Idee, um die Suche nach den OMG-Teilchen bekannter zu machen – für wissenschaftlich belastbare Forschung reiche das jedoch nicht aus. »Dazu müsste die Dichte der Menschen, die tatsächlich mitmachen, so hoch sein wie in New York City, und jeder müsste sein Smartphone auch ständig für diesen Zweck nutzen.«