Physikalische Erdgas-Parameter erfassen Gaszähler: Nicht nur kommunizieren – kooperieren!

Mikrothermische Gaszähler im Haus: Sie erfassen zusätzliche physikalische Eigenschaften des Erdgases.

Zusätzlich zum Gasflussmesswert liefern statische Gaszähler interessante Messdaten wie die Wärmekapazität von Erdgas. Darüber hinaus stehen den Gasversorgungsunternehmen weitere Daten zur Verfügung, wie der Standort des Zählers und die Erdgaszusammensetzung.

Nicht nur kommunizieren, sondern kooperieren, lautet deshalb das Motto von Sensirion. Denn die Fernüberwachung und Fernauslesung von Gaszählern ist bereits heute Realität. Der Begriff „intelligenter Gaszähler“ dürfte in Zukunft zunehmend mit einer Technologie in Verbindung gebracht werden, die nicht nur kommuniziert, sondern auch kooperiert.
Die Anforderungen an das Überwachen, Messen und die Abrechnung von Erdgasverbrauch sind zurzeit weltweit im Wandel. Gesetze werden verabschiedet, vorwiegend in Europa, die vorschreiben, dass herkömmliche, nicht kommunizierende Gaszähler ersetzt oder technisch auf den neuesten Stand umgerüstet werden müssen.

Ziel ist es, dadurch eine effiziente Fernauslesung des Gasverbrauchs zu ermöglichen und gleichzeitig den Gasverbrauch und die Gasabrechnung transparenter zu machen. In Kombination können diese Faktoren zu einem steigenden Bewusstsein für den Energieverbrauch führen und zu einem gezielten Einsatz unserer Energieressourcen.

Generieren neuer Daten
 
Der Wechsel zu intelligenten Gaszählern hat viele Veränderungen mit sich gebracht: Erstens hielten neue Techniken für Gaszähler Einzug, beispielsweise die mikrothermische Technologie und Ultraschall-basierte Zähler. Diese neuen Technologien sind nicht mehr nur in Forschungslaboren anzutreffen, sondern haben sich in der Zwischenzeit auch im Feld erfolgreich etabliert. Zweitens wurden die Gaszähler intelligent, sie können also kommunizieren. Sie generieren große Mengen an Daten, die an sich schon, wenn richtig ausgewertet, einen großen Wert haben. Drittens sind Gaszähler nicht nur intelligent, weil sie kommunizieren können, sondern weil sie durch integrierte Sensoren neue wertvolle Informationen über die unmittelbare Umgebung des Gaszählers liefern.

So können einige Gaszähler beispielsweise Temperaturveränderung registrieren, mögliche Gasleckagen oder sogar Erdbeben detektieren und entsprechende Massnahmen ergreifen. Einige Ultraschall-Gaszähler sind in der Lage, Selbstdiagnosen durchzuführen und dem Messstellenbetreiber Fehlfunktionen zu melden.

Messung des Gasverbrauchs in kleinen Wohneinheiten und einzelnen Gasverbrauchern
 
Die fortlaufende technische Weiterentwicklung von Messtechnologien eröffnet ein weiteres Einsatzfeld, das Sub-Metering. Ein Beispiel hierfür ist die Messung des Erdgasverbrauchs für einzelne kleine Wohneinheiten. Solche Gaszähler, wie sie in großen Mehrfamilienhäusern installiert sind, zeichnen sich durch eine kompakte Bauweise aus. Dadurch sind solche Zähler auch geeignet für die direkte Integration in gasbetriebene Haushaltsgeräte, wie zum Beispiel Gasöfen und Wasserwärmer. Das bedeutet, dass in Zukunft mehr Daten über den Erdgasverbrauch im Haushalt zur Verfügung stehen könnten, wodurch ein sehr klares und detailliertes Bild des Energieverbrauchs ermöglicht würde.

Sicherheit und Zuverlässigkeit profitieren von den gesammelten Daten
 
Intelligente Gaszähler sind grundsätzlich eher einem höheren Manipulationsrisiko ausgesetzt als konventionelle Gaszähler. Dies liegt vor allem an der Software, den Kommunikationsschnittstellen und generell an ihrer erhöhten Systemkomplexität. Durch ein robustes mechanisches Design oder durch ein durchdachtes Softwarekonzept kann dieses Manipulationsrisiko teilweise reduziert werden. Eine weitere Option, die Anfälligkeit für Manipulation zu minimieren, bieten die Messdaten, die der Gaszähler erfasst. Die Analyse dieser zusätzlichen spezifischen Messsignale kann die Sicherheit und Zuverlässigkeit von Gaszählern zum Vorteil der Endverbraucher erhöhen.

Die mikrothermische Messtechnologie spielt eine immer bedeutendere Rolle bei der Erdgasverbrauchsmessung in Haushalts- und Industriegaszählern. Gaszähler, die auf Basis des mikrothermischen Prinzips oder des Ultraschall-Messprinzips funktionieren, ersetzen mehr und mehr herkömmliche Balgengaszähler. Gasversorgungsunternehmen und Gasverteiler sowie Anbieter intelligenter Haus- und Energietechnik interessieren sich für eine Verbesserung der Messtechnik mit dem Ziel, die Messverfahren genauer, sicherer und zuverlässiger zu machen.