Microlease, Livingston, Electro Rent »Für uns ist das die perfekte Hochzeit«

Peter Collingwood, CEO von Electro Rent Europe: »Wenn ein Kunde heute ein Gerät anfragt, will er es morgen haben, nicht erst in drei Wochen. Und das können wir in der neuen Konstellation weltweit garantieren.«

Microlease, Livingston und Electro Rent Europa haben sich zusammengeschlossen und agieren künftig gemeinsam unter US-amerikanischem Dach als Electro Rent. Peter Collingwood, CEO von Electro Rent Europe, über die nächsten Schritte des nunmehr größten Messtechnik-Miet-/Leasing-Dienstleisters.

Markt&Technik: Vor fünf Jahren haben sich Livingston und Microlease zusammengeschlossen, wobei beide Unternehmen als Marke bestehen blieben. Nun hat Electro Rent beide im Paket übernommen. Ist die Konsolidierung bereits abgeschlossen? Und inwieweit agieren die zugekauften Unternehmen künftig noch eigenständig?

Peter Collingwood: Wir rechnen damit, den Konsolidierungsprozess bis Ende April abgeschlossen zu haben. Dann werden alle Unternehmensteile – Microlease, Livingston und Electro Rent – gemeinsam unter einem Dach, unter einem Namen und unter einer Marke agieren: Electro Rent.

Mit dem Zusammenschluss ist der weltweit größte Miet-/Leasing-Anbieter entstanden. Gab es da keine rechtlichen Probleme?

Die Verschmelzung hat kartellrechtlich einige Zeit gedauert. Letztendlich war aber klar, dass es zwar die marktführenden Unternehmen sind, die sich hier zusammenschließen, dass der Fokus aber auf ganz unterschiedlichen Weltregionen liegt und wir somit als globaler Anbieter keine Wettbewerbsrechte verletzen.

Die Produktgruppen der Unternehmen sind ja stark überlappend. Nehmen Sie sich damit nicht selber Geschäft weg?

Das ist de facto nicht der Fall. Für uns ist das die perfekte Hochzeit. Die drei Unternehmen hatten ihren Fokus bereits in der Vergangenheit auf unterschiedlichen Regionen. Livingston ist führend in Deutschland, Microlease hat eine große Organisation in UK, Electro Rent fokussiert auf die USA. In Europa war Electro Rent bislang so gut wie gar nicht bekannt. Das soll sich nun natürlich ändern.

Wie sieht es mit dem Branding aus?

Ein schnelles und effizientes Rebranding ist für uns immens wichtig. Wir müssen die Botschaft transportieren, dass die Kunden unverändert die gleichen Teams antreffen, mit denen sie bislang kommuniziert haben – es ändert sich lediglich der Name des Unternehmens. Bis das im Bewusstsein aller Kunden weltweit angekommen ist, werden sicher noch einige Jahre vergehen. Aber letztendlich wird sich eines durchsetzen: die Verfügbarkeit. Denn darum geht es dem Kunden. Wenn er heute ein Gerät für seine Applikation anfragt, will er es morgen haben, nicht erst in drei Wochen. Und das können wir in der neuen Konstellation weltweit garantieren. Mit dem Zusammenschluss der drei Unternehmen unterhalten wir nun drei große Warehouses in Europa, Asien und in den USA.

Wie verteilt sich der Umsatz im Konzern nun?

Nun, als nicht börsennotiertes Unternehmen geben wir keine offiziellen Zahlen raus. Um Ihnen jedoch eine Größenordnung zu geben: Insgesamt liegt unser Umsatz weltweit bei rund 350 Millionen US-Dollar.

Eine Konsolidierung auf dem Markt bringt immer auch Unsicherheiten bei den Mitarbeitern mit sich. Wie haben diese reagiert? Gab es „kulturelle“ Schwierigkeiten?

Es mag sich wie eine Plattitüde anhören, aber es ist tatsächlich so, dass die überwiegende Mehrheit der Mitarbeiter stolz ist, jetzt Teil eines viel größeren Konzerns zu sein als bislang. Das Arbeiten unter einem Dach, mit einem System erleichtert ihnen ihre Aufgaben, ansonsten ändert sich für sie ja nichts. Die von Ihnen angesprochenen kulturellen Probleme habe ich persönlich nicht wahrgenommen. In einem großen, internationalen Unternehmen, wie es jetzt entstanden ist, gibt es viele Möglichkeiten, sich persönlich zu entfalten. Zudem hat das Management bereits auf verschiedenen Kontinenten gearbeitet und dabei Erfahrungen gesammelt, die uns jetzt in unserem Tagesgeschäft zugute kommen. Und nicht zu vergessen: Wir arbeiten ja mit internationalen Herstellern zusammen. Insofern ist die Internationalität und die kulturelle Vielfalt für uns eher ein Vorteil als ein Problem.

Haben Sie Mitarbeiter entlassen müssen?

Nein, das lag auch nie in unserem Bestreben. Weil wir international betrachtet keinerlei Überlappungen haben, brauchen wir jeden einzelnen Mitarbeiter.