BMBF fördert Verbundprojekt von MEAS Deutschland und Uni Bielefeld Forschung im Zukunftsmarkt »Gedruckte Sensorik«

Partner aus Wirtschaft und Wissenschaft arbeiten gemeinsam an einem Forschungsprojekt im Bereich gedruckter Sensorik. Ziel ist es, Pasten und Tinten aus magnetischen Nanopartikeln herzustellen und so mit einfachen Druckverfahren magnetoresistive Sensoren auf verschiedene Unterlagen aufzudrucken.

Der Dortmunder Sensorik-Spezialist MEAS Deutschland, Tochter des US-amerikanischen Measurement-Specialties-Konzerns, und die Universität Bielefeld forschen gemeinsam am Verbundprojekt »magnetische Nanopasten (MagNoP)« aus dem Programm »Magnetische Mikro- und Nanotechnologien«. Das Projekt wird im Rahmen der Hightech-Strategie der Bundesregierung im Förderprogramm IKT 2020 vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) mit einer Summe von 420.000 Euro gefördert. Ziel des IKT 2020-Programmes ist unter anderem, das Anwendungsspektrum der Magnetoelektronik zu erweitern und mit neuartigen Bauteilkonzepten die Entwicklung hochwertiger Produkte zu ermöglichen.

Zum Hintergrund: 2007 wurden Prof. Peter Grünberg vom Forschungszentrum Jülich und Prof. Albert Fert von der Universität Paris für die Entdeckung des Riesenmagnetowiderstands (GMR-Effekt) mit dem Nobelpreis ausgezeichnet. Anwendungen dieser Entdeckung finden sich heute beispielsweise in Sensoren für die Automobilelektronik und in jeder Computerfestplatte. Für die Herstellung dieser Bauteile in mikrointegrierten Chips sind bislang aufwendige Dünnschichtverfahren und Lithographie unter Reinraumbedingungen notwendig. Für viele potenzielle Anwendungen ist ein solches Herstellungsverfahren jedoch zu teuer.

Ziel des Förderprojektes ist es nun, Pasten und Tinten aus magnetischen Nanopartikeln herzustellen und mit einfachen Druckverfahren magnetoresistive Sensoren auf verschiedenen Unterlagen aufzudrucken, wie im alltäglichen Umgang mit Dispersionsfarbe. Die Magnetowiderstands-Technologie soll somit für Anwendungen erschlossen werden, bei denen eine Mikrointegration auf Chips nicht notwendig ist. Beispiele dafür sind die analoge Positionsbestimmung und Kodierungssegmente für Drehwinkelsensoren, wie sie etwa in Mobiltelefonen an beweglichen Teilen eingesetzt werden. Desweiteren können mit den magnetischen Tinten Barcodes gedruckt werden, die für logistische Zwecke in der Industrie benutzt werden sollen.