Horiba Emissionsdatenerfassung bei Realfahrt-Tests

Emissionsdaten aus verschiedenen Quellen unmittelbar dann erfassen und analysieren, wenn sie ausgestoßen werden – das ist das Einsatzziel des Smart Emission Measurement Systems (SEMS), an dem das Entwicklungsteam von Horiba derzeit arbeitet.

Letztendlich sollen damit die bisherigen RDE-Testverfahren (Real Driving Emission) weiter verbessert werden.

Zur Erfassung der Emissionsdaten stützt sich das Messsystem auf eine Kombination aus Sensoren, Datenlogger, Cloudserver und Datenbank. Während einige Parameter direkt gemessen werden, wie beispielsweise NOx und NH3, werden andere durch den Datenmanagementprozess berechnet. Dabei berücksichtigt das System unterschiedliche Temperatur- und Wetterbedingungen, Höhen, Fahrstile und verschiedene Straßenverhältnisse sowie Lastbedingungen. 

»Bei der Entwicklung des SEMS haben wir drei wesentliche Vorteile im Sinn«, führt Frank Heepen, Global Product Manager SEMS bei Horiba Europe, aus. »Unser Hauptziel ist die Vergleichbarkeit der Messdaten. Diese wird durch den Einsatz exakt identischer Sensoren sichergestellt – eine grundlegende Voraussetzung für eine neutrale Analyse von Emissionsdaten. Weiter unterstützen wir unsere Kunden beim Messen und Überwachen von Verkehrsemissionen in Echtzeit und abhängig von der jeweiligen Verkehrslage. Schlussendlich erhöht die einfache Integration, egal woher die Emissionsdaten kommen, die Nutzerfreundlichkeit für unsere Kunden.«

Weil das SEMS wenig Platz in Anspruch nimmt und von außen nicht sichtbar ist, lässt es sich unabhängig vom Fahrzeug- und Motoranbieter in verschiedenste Fahrzeugmodelle installieren. Zusätzliche Sensoren und Analysemöglichkeiten, nicht nur für Fahrzeuge und Motoren, können je nach Bedarf ergänzt werden. Durch die optionale Nutzung von Daten aus einer Onboard-Diagnoseschnittstelle steigert Horiba die Einsatzmöglichkeiten des neuen Managementtools für Massendaten. 

Horiba befindet sich derzeit in der Definitions- und Entwicklungsphase des SEMS, in der Kundenfeedback und Anregungen zur Entwicklung eines maßgeschneiderten Produkts berücksichtigt werden. Die Neuentwicklung soll für die Prüfung und Entwicklung von Fahrzeugen eingesetzt werden und zugleich die Umwelteinflüsse dieser langfristig verfolgen und beobachten.