Sensor-Start-up will Märkte erobern »Eine Firma ist wie ein Kind…«

Zukunftsperspektiven

Welches ist derzeit Ihr größter Markt?

Momentan sind unsere Sensoren vor allem im Maschinenbau vertreten, aber auch beim Straßen- und Brückenbau. Neben dem Automobil- und Handybereich sehen wir hier unser größtes Zukunftspotential. Eigentlich eignen sich unsere Sensoren aber für so gut wie alle industriellen Bereiche, und die Möglichkeiten sind enorm: Sie ließen sich in der Raumfahrt, Luftfahrt, in Autohäusern oder Autozulieferern, im Maschinenbau, in Werken, Staudämmen, Brücken, bei der Erdbebenmessung oder im Schiffbau einsetzen. Auch in der Logistik und der System- und Tresorüberwachung finden sich Einsatzmöglichkeiten.

Wo sehen Sie das Unternehmen in fünf Jahren?

Wenn alles gut läuft und wir unseren jetzigen Kundenstamm halten können, erwarten wir in fünf Jahren die Erreichung unserer Zielmärkte im Serienmarkt. Außerdem ist es unser Ziel, unsere Mitarbeiterzahl zu erhöhen und damit die Produktion anzukurbeln. Momentan können wir mit unseren acht Mitarbeitern etwa 20.000 Sensoren produzieren. In den nächsten fünf Jahren möchten wir unsere Mitarbeiteranzahl deutlich aufstocken. Beim Absatz wollen wir im Seriengeschäft sechs- oder siebenstellige Zahlen erreichen.

Das hört sich erstmal unglaublich viel an, Großkunden benötigen aber immer auch schnell mal mehrere Millionen Stück. Es kann natürlich immer etwas Unvorhersehbares dazwischenkommen. Wenn ein Großkunde zum Beispiel heute bestellt, ist zunächst eine lange Anlaufzeit nötig, bis wir genau das Produkt, das zu ihm passt, präsentieren können. Bis dahin müssen wir unsere Liquidität aufrechterhalten. Außerdem könnte sich der Markt ändern, Konkurrenz auftreten usw.

Welche weiteren Entwicklungen haben Sie derzeit in der Pipeline?

Insgesamt möchten wir uns weiterhin auf die kontinuierliche Prozessüberwachung konzentrieren und unsere Produkte an die Firmen bringen. Neue Produkte sind zwar angedacht, genaueres möchten wir dazu aber noch nicht verraten.

Haben Sie einen Tipp für andere Unternehmensgründer?

Unser Tipp ist vor allem: Durchhaltevermögen und Flexibilität zeigen und sich nicht von seiner Sache abbringen lassen. Es darf mal schlecht laufen, aber es muss auch wieder bergauf gehen. Besonders wichtig ist unserer Meinung nach aber, vorher mit Familie und Freunden zu klären, was es bedeutet, ein Unternehmen zu gründen. Die Firma wird eine Zeitlang im Mittelpunkt stehen und das muss jedem klar sein.

iNDTact
Als Hightech-Unternehmen bietet iNDTact als erstes Unternehmen weltweit serientaugliche Hochleistungssensoren mit überdurchschnittlicher Performance in den Disziplinen Sensitivität, Bandbreite und Stabilität an. Der Name iNDtact kommt von Inherently Non-Destructive Testing Architecture (deutsch: inhärente zerstörungsfrei prüfbare Architektur). Gleichzeitig steht der Begriff für die taktile Wahrnehmungsfähigkeit der Sensoren – also für Sensoren, die fühlen.

Mit iNDtact haben die beiden Gründer den Deutschen Gründerpreis 2016 gewonnen. Für den Deutschen Gründerpreis können sich Unternehmen nicht bewerben. Qualifizierte Kandidaten werden jedes Jahr von 300 Experten vorgeschlagen. Für eine Nominierung müssen die Gründer verschiedene Kriterien erfüllen:

• überzeugende und vorbildhaften Gründerpersönlichkeit

• innovative Geschäftsidee mit klarem Alleinstellungsmerkmal

• langfristig tragfähiges Geschäftsmodell und Kraft zur eigenen Marke

• nachhaltige Weiterentwicklung des Geschäftsmodells, der Produkte sowie des Marktes

• eigene Unternehmenskultur

• überzeugende und klare Präsentation des Unternehmens