Sensor-Start-up will Märkte erobern »Eine Firma ist wie ein Kind…«

Sein Kind verkauft man ja auch nicht....

In den heutzutage stark konsolidierten Märkten – würden Sie sagen, dass es ein Start-up heute schwerer hat als früher, sich zu etablieren – auch auf lange Sicht?

Ja und nein. Einerseits gab es damals natürlich viele Innovationen noch nicht, vieles war Neuland und ließ sich deshalb schneller auf dem Markt etablieren. Heute ist es schwieriger, ein innovatives Produkt zu entwickeln, weil es vieles in ähnlicher Form bereits gibt. Zudem müssen Start-ups heute mit stärkerem Druck rechnen.

Aber andererseits wird in Deutschland und Europa meiner Meinung nach heutzutage Start-ups häufiger ein Fehler verziehen, man darf generell frecher sein. Am Ende muss die Leistung dann aber passen. Vielleicht etwas, das man positiv aus den USA gelernt hat. Für viele zählen Start-ups heutzutage außerdem als etwas Exklusives.

Technologisch innovative Start-ups sind oft ein begehrtes Ziel für Akquisitionen. Wäre das eine Option für Sie, wenn das richtige Angebot käme?

Angebote gibt es bereits, aber für uns spielt - wie anfangs schon erwähnt - nicht nur Geld eine Rolle: Verwirklichung ist für uns das Wichtigste. Eine Firma zu gründen ist, als würde man sein eigenes Kind aufziehen – und sein Kind verkauft man ja auch nicht.

Sensoren zur Zustandsüberwachung von Maschinen oder Motoren gibt es bereits in nahezu jeder erdenklichen Form. Was ist das Besondere an Ihren Systemen?

Dr. Raino Petricevic: Unsere Sensoren sind sehr robust und haben eine große Wahrnehmungsweite von 0,1 Hz bis 500 kHz. iNDTact-Sensoren können in sehr hohen Frequenzbereichen noch Probleme entdecken – sie erkennen sowohl Vibrationen, Geräusche und Bewegungen.

Andere Sensoren empfangen dabei bereits eine Signalstörung bzw. ein Rauschen. Es reicht also ein einziger unserer iNDTact-Sensoren aus, wofür man normalerweise mehrere Sensoren benötigt. Zusätzlich können wir unsere Sensoren sehr preiswert anbieten, da wir ein Konzept haben, diese Technik massenmarkttauglich herzustellen.

Warum ist bisher noch kein anderer auf diese Idee gekommen?

Clemens Launer: Ideen gibt es sicherlich auch woanders – der Unterschied ist, dass es die nötigen Techniken, wie die Übertragung großer Datenmengen, noch gar nicht so lange gibt. Wir waren vielleicht einfach zur richtigen Zeit am richtigen Ort. Ich glaube sogar, dass wir etwas zu früh für den Markt dran waren. Die Schwierigkeiten in der Anfangsphase, die wir dadurch erlitten haben, haben wir aber durch Anstrengung, Zielstrebigkeit und Durchhaltevermögen wieder ausgeglichen.

Entwickeln und fertigen Sie die Sensoren komplett selber?

Ja, momentan entwickeln und produzieren wir alles noch selbst. Sobald unser Unternehmen aber weiter wächst, möchten wir manche Arbeitsschritte auslagern. Das Kernprodukt „Sensor“ möchten wir aber weiterhin im Haus produzieren.