Advantest durchbricht die Single-User-Grenze bei SoC-Testern Ein Tester, viele Anwender

Advantest hat eine Software entwickelt, mit der mehrere Anwender gleichzeitig auf ein SoC-Testsystem zugreifen und es für ihre individuelle Applikation steuern können.

In den letzten fünf Jahren wurde die SUN-Architektur bei automatischen Testsystemen, die seit vielen Jahre dominiert, immer mehr von Windows- oder Linux-basierenden PCs abgelöst. Und das mit Erfolg: Auf Grund der Forderungen des Marktes nach einer Reduzierung der Testkosten hat die ATE-Industrie die Instrumentendichte weiter erhöht und den Anwendern eine Roadmap zur Erhöhung der Rechenleistungen vorgelegt. Somit konnten die Testeranbieter auch in der Rezession des Halbleitermarktes den geforderten höheren Durchsatz durch den Einsatz eines standardmäßigen PCs erreichen, ohne dass damit zusätzliche Investitionen verbunden waren.

Darüber hinaus bietet eine PC-basierende ATE-Architektur weitere entscheidende Vorteile, wie eine kostengünstigere Software-Entwicklung und die Verfügbarkeit einer fast unendlichen Anzahl von Software-Tools von externen Anbietern.

Die neue Generation der Betriebssysteme unterstützt, wie auch bei SUN, gleichzeitig mehrere Anwender. Ein Paradigma im Testbereich aber blieb: Bisher konnte immer nur ein einziger Anwender gleichzeitig mit dem Testsystem arbeiten. Mehrere Anwender können sich zwar in die gleiche Workstation für ein Offline-Debugging einloggen, aber immer nur ein einziger Anwender kann die Instrumente steuern.

»Der gesamte Produktlebenszyklus unterliegt einem hohen Time-to-Market-Druck, was auch für das Debugging des ersten Halbleiterentwurfs auf Wafer-Ebene gilt«, verdeutlicht Adriano Mancosu, Applications Engineering, Advantest Europe GmbH. »Die Testingenieure nutzen daher jede Möglichkeit, um beim Debugging des Bauteils möglichst schnell ein Feedback für das Re-Design zu erhalten. Dies ist entscheidend für den Erfolg des Projekts und ein Wettbewerbsvorteil für den Testeranbieter.«

Im Hinblick auf dieses Szenario hat Advantest auf Basis seiner SoC-Architektur (System-on-Chip) eine neue Software entwickelt, mit der mehrere Anwender unabhängig voneinander die gleiche Testzelle für individuelle Debug-Operationen nutzen können. Damit wird eine volle Nutzung der für eine massiv parallele Produktion notwendigen Systemkonfigurationen mit hohen Pinzahlen bereits während der Entwicklung möglich.

Advantest T2000

Anfang 2003 hat Advantest mit dem Testsystem T2000 erstmals eine Lösung auf Basis der offenen Architektur des Standard Test Consortium (STC) vorgestellt. Neben den STC-Spezifikationen wurden zahlreiche weitere Forderungen in Bezug auf Hardware und Software erfüllt, um eine erste wirkliche offene und skalierbare Testplattform zu realisieren.

»Wie fast alle neueren ATE-Systeme nutzt das T2000 eine vertikale Architektur, bei der jedes Modul als unabhängiges Instrument arbeitet und das System Backplane-frei ist«, erklärt der Experte. »Die Rechnerarchitektur des T2000 basiert auf Windows und umfasst einen Master-Systemcontroller (SysC), auf dem die Tools laufen und über den der Anwender alle Testoperationen überwacht. Bis zu acht Site Controller stehen für die Steuerung der Module im Testkopf über einen Bus-Switch oder eine PCI-Bridge-Schnittstelle sowie die Testausführung und die Datenverarbeitung zur Verfügung. Der Master-Systemcontroller verwaltet zudem alle Input/Output-Operationen mit externen Testanlagen - wie etwa Bauteil-Handler und Wafer Prober - über GPIB- oder RS232-Schnittstellen und sammelt die Binning- und Datenlogging-Ergebnisse der verschiedenen Site-Controller. Der Informationsaustausch zwischen jedem einzelnen Modul und den Site-Controllern erfolgt über eine schnelle optische Verbindung, die speziell im Hinblick auf die Übertragung der großen Datenmengen bei SoC-Anwendungen entwickelt wurde.«