Seica: Echte Integration von Flying-Probe-Test und Boundary-Scan-Technik

Seica hat zusammen mit Temento Systems ein Modul für seine Flying-Probe-ATE-Plattformen entwickelt, das Flying-Probe- und Boundary-Scan-Test nahtlos miteinander verschmelzen lässt. Dabei geht das Unternehmen einen völlig neuen Weg der Integration.

Der Test elektronischer Baugruppen erfordert immer intelligentere Messgeräte, die schnell und einfach zu bedienen sein müssen, die aber auch den Anforderungen an Qualität und Kosteneffizienz genügen müssen. Das wichtigste Kriterium beim Test ist sicherlich die Fehlerabdeckung. Um diese zu gewährleisten, führen Testprogramme heutzutage meist eine Kombination verschiedener Messmethoden aus. Im elektrischen Test haben sich in erster Linie der Flying-Probe- und der Boundary-Scan-Test durchgesetzt. Jedoch ist eine einzelne Testmethode bei der Komplexität der Baugruppen oft nicht in mehr der Lage, alle Fehler vollständig zu identifizieren.

»Sowohl Flying-Probe- als auch Boundary-Scan-Tester haben ihren Platz im Markt zwar gefunden, waren bislang aber immer noch getrennt voneinander«, erklärt Bernd Hauptmann, General Manager Deutschland/Österreich/Schweiz bei Seica. »Es gab verschiedene Ansätze, die beiden Methoden zu kombinieren, z.B. einen Flying Prober mit Boundary-Scan-Testfähigkeit auszustatten, aber die erreichten Ergebnisse entsprachen oft nicht den Erwartungen, weil die Integration zweier recht komplexer Welten nicht gelungen war: Man hatte zwei unterschiedliche Softwareumgebungen mit einer teilweisen und langsamen Integration, zwei Umgebungen zur Testprogrammgenerierung, Redundanz von Tests statt Messoptimierung, zwei Testreports für die gleiche Baugruppe.«

Das Flying Probe ATE von Seica hingegen entspricht nach Hauptmanns Überzeugung vollkommen der Philosophie, verschiedene Testtechniken zu kombinieren: »Ein Flying Probe ATE benötigt keinen dedizierten Prüfadapter für eine spezifische Baugruppe und ermöglicht es, verschiedene Testmethoden wie ICT, vektorlose Tests, Funktionstests, AOI etc. zu verwenden, ebenso wie die Möglichkeit, die Programme automatisch anhand der CAD-Daten zu erstellen.«

Eine essentielle Anforderung an einen Flying Prober ist die Möglichkeit, jedes Netz eines Prüflings zu kontaktieren. Ist der Zugriff auf die Komponenten oder Testpunkte nicht möglich, stößt der Flying Prober an seine Grenzen. »Diese Grenzen lassen sich überwinden, indem man Testtechniken wie Boundary Scan in den Flying Prober ATE integriert«, so Hauptmann. »Hier wird das Problem des fehlenden physikalischen Zugriffs des Flying Probers mittels eines virtuellen Zugriffs über einen 4- oder 5-Drahtbus auf die Netze der mit Boundary-Scan-Technologie ausgestatteten Komponenten behoben.«

FlyScan: Integration zwischen Boundary Scan und ATE Flying Probe

Wenn eine neue Testtechnik in einem Flying Prober integriert wird, ist es wichtig, einige Grundcharakteristika zu erhalten, die typisch für einen Flying Prober sind und die dem Anwender einen echten Vorteil bieten. Das sind u.a. schnelle Testprogrammgenerierung, einfache Bedienbarkeit, hohe Fehlerabdeckung und ein gutes Preis/Leistungsverhältnis, kurze Testzeiten sowie nur ein einziger Testbericht für alle verwendeten Testtechniken.

Mit dem so genannten »FlyScan«-Modul bietet Seica nun eine neue Möglichkeit der Integration der Boundary-Scan-Technik in Flying-Probe-Testsysteme. FlyScan ist auf der Systemkern-Ebene voll integriert und stellt dadurch u.a. folgende Fähigkeiten sicher: 

• Automatische Testprogrammgenerierung in einer einzigen Softwareumgebung (Seica VIVA)

• Automatische Erstellung von Boundary-Scan-Programmen auch für Netze, die kein JTAG-Port haben: Mittels einer »extended-Test«-Funktion und der Flying Probes lassen sich diese in JTAG-testbare Netze transformieren

• Automatische Eliminierung von Testredundanzen

• Automatische Fehlerdiagnose mit Echtzeitgenerierung zusätzlicher Tests, ausgeführt von den Flying Probes zur spezifischen Identifikation fehlerhafter Komponenten

• Ein einziger Testreport in der VIVA-Umgebung

• Fehler-Management