Pickering Interfaces feiert zehn Jahre »BRIC« »Die Nachfrage steigt mit der zunehmenden Komplexität der Schaltanforderungen«

Matthias von Bassenheim, Pickering Interfaces: »Seit der Markteinführung im Jahr 2002 sind mehrere hundert BRIC-Einheiten mit unterschiedlichsten Konfiguration im Einsatz - und ein Einbruch ist noch nicht in Sicht.«
Matthias von Bassenheim, Pickering Interfaces: »Seit der Markteinführung im Jahr 2002 sind mehrere hundert BRIC-Einheiten mit unterschiedlichsten Konfiguration im Einsatz - und ein Einbruch ist noch nicht in Sicht.«

Im Jahr 2002 hat der Schaltsystem-Spezialist Pickering Interfaces erstmals seine hochintegrierte »BRIC«-PXI-Matrix vorgestellt. Seither hat das Unternehmen die BRIC-Plattform kontinuierlich weiterentwickelt. Warum das Konzept auch heute noch hochaktuell und für viele Applikationen die passende Lösung ist, erklärt Matthias von Bassenheim, Geschäftsführer von Pickering Interface.

Markt&Technik: Vor zehn Jahren haben Sie Ihr PXI-Schaltsystem BRIC erstmals vorgestellt. Dass Sie es auch heute noch – in Zeiten des rasanten Technologiewandels - weiter erfolgreich vertreiben, ist eher ungewöhnlich. Verliert ein solches System nicht irgendwann einmal an Boden?

Matthias von Bassenheim: Das könnte man in der Tat vermuten. Aber unsere Erfahrungen sprechen deutlich dagegen: Seit der Markteinführung im Jahr 2002 sind mehrere hundert BRIC-Einheiten mit unterschiedlichsten Konfiguration im Einsatz - und ein Einbruch ist noch nicht in Sicht. Ganz im Gegenteil, die Nachfrage steigt mit der zunehmenden Komplexität der Schaltanforderungen weiterhin.

Welche Grundidee steckte damals hinter dem BRIC-Ansatz und wie sah die Lösung letztendlich aus?

Das ursprüngliche Ziel war es, mit BRIC eine hinsichtlich Preis und Baugröße für den Kunden passende Lösung für große Schaltmatrizen zu realisieren. Bis dahin musste der Anwender einzelne PXI-Module mit externer Verdrahtung so verschalten, dass die gewünschte Matrixgröße in X- und Y-Richtung erreicht wurde. Die Verkabelung und damit auch die schlechteren elektrischen Übertragungseigenschaften, die Baugröße des Gesamtsystems und am Ende die Kosten waren Faktoren, die unter Umständen eine Realisierung unmöglich machten. Die Optimierung einer solchen Matrixkaskade war nur durch ein integriertes, modulares Konzept innerhalb des modularen PXI-Standards sinnvoll. Einzelne Tochterkarten über eine Analogbackplane verbunden ergeben heute Konfigurationsmöglichkeiten in fast unzähliger Größenordnung. Je nach Matrixanforderung sind frei konfigurierbare BRIC-Einheiten mit 4, 8, 16 oder 32 Y-Analogbussen, einpolig, einpolig geschirmt oder zweipolig in 2-, 4- und 8-PXI-Slot breiten Gehäusen erhältlich. Damit sind Matrixgrößen mit bis zu 4416 Kreuzungspunkten mit einem BRIC8 und seinen zwölf Tochterkarten möglich.

Was hat sich am Konzept des Schaltsystems seither geändert?

Am Konzept selber haben wir nichts verändert – es hat sich in den letzten zehn Jahren ja bestens bewährt. Jedoch sind zur BRIC-Konfigurationsvielfalt neue Schaltleistungsvarianten hinzugekommen: Schaltströme von 0,5 A bei 10 W, 1 A bei 20 W und 2 A bei 60 W sind möglich. Die Schaltspannungen bewegen sich je nach Typ zwischen 150 VDC / 100 VAC und 300 VDC / 250 VAC. Ebenfalls im Programm sind BRICs auf Halbleiterbasis die bis zu 40 V /0,25 A schalten.

Eine wichtige Weiterentwicklung haben wir vor etwa fünf Jahren realisiert, als wir den BRIC für die klassische Fehlersimulation vorgestellt haben, bei der unter anderem Ströme bis zu 10 A abgedeckt werden. Ein weiteres Highlight wurde 2011 mit einem hochintegrierten Multiplexer auf Basis der BRIC-Technologie veröffentlicht. Durch die sehr hohe Packungsdichte stehen nun Mehrkanal-Multiplexer mit über 50 unterschiedlichen Konfigurationen – von 1 bis 3 A, von 48 Kanal 2 Pol bis 6 Kanal 160 Pol – zur Verfügung.

Seit einigen Jahren statten Sie BRIC auch mit der Selbsttestfunktion BIRST aus. Welche Vorteile bietet dies den Anwendern?

Ein äußerst wichtiger Aspekt beim Einsatz des BRIC ist die präventive Diagnose und die Erkennung von Defekten, damit hohe Ausfallzeiten eines Schaltsystems erst gar nicht entstehen. Hier setzt BIRST an: BIRST ist der Built-In Relay Self Test, der als kompakte Messeinheit im BRIC-Modul untergebracht ist. Mit einer Auflösung von wenigen mOhm können Pfadwiderstände wiederholbar gemessen und jedes Relais auf Funktion, Kurzschluss, offenen Kontakt oder erhöhten Kontaktwiderstand verifiziert werden. Ein sich mit der Zeit erhöhender Kontaktwiderstand, verursacht durch Abnutzung oder Überlast, lässt sich so frühzeitig erkennen und lokalisieren. Ein einfacher und schneller Tausch einer BRIC-Tochterkarte hält die Standzeit des Systems auf einem Minimum, während in Ruhe die Reparatur der defekten Tochterkarte erfolgen kann.

Wie sehen Sie die Zukunft der BRIC-Plattform?

Nun, wir werden sie definitiv weiterentwickeln. Aufgrund des großen Erfolges in den letzten zehn Jahren und den wachsenden Anforderungen des Marktes werden wir weiter an BRIC festhalten und dabei eine noch größere Variantenvielfalt und noch höhere Integrationsdichte anbieten.