Interview mit Thomas Rottach, Siglent »Der Kunde steht im Mittelpunkt unserer Welt«

Thomas Rottach, Siglent (li., im Gespräch mit M&T-Redakteurin Nicole Wörner): »Es wird nicht leicht, aber ich bin optimistisch, dass wir uns mit unserer neuen Europastrategie ein zunehmend großes Stück vom Kuchen abschneiden können.«

Der chinesische Messtechnik-Hersteller Siglent ist in Europa bislang relativ wenig bekannt. Das soll sich nun ändern. Wir sprachen mit Thomas Rottach, Sales & Marketing Manager der Siglent Technologies Germany GmbH, über die Pläne des Unternehmens.

Markt&Technik: Siglent hat angekündigt, das 2014 eröffnete Europabüro von Hamburg nach Süddeutschland zu verlagern. Warum?

Thomas Rottach: Der Grund ist ganz einfach: Wir wollen wachsen und sehen dafür im Großraum München den besten Ausgangpunkt. Die bisherige Europazentrale war eher eine Art Logistikzentrum für Siglent. Für den technischen Support war das Büro mit wechselnden Kollegen aus China besetzt. Die komplette Auftragsabwicklung und Organisation erfolgte direkt über China. Mittlerweile ist das Europageschäft jedoch so stark gewachsen, dass man dafür einfach ein eigenes Team braucht – mit lokalen Ansprechpartnern, die den Kunden auch kurzfristig mit Rat und Tat zur Seite stehen.

Bitte konkretisieren Sie das “starke Wachstum”.

Wir haben über die letzten Jahre ein jährliches Wachstum von über 30 Prozent erreicht – teilweise sogar von über 45 Prozent. Natürlich ausgehend von einem geringen Betrag, aber inzwischen sind wir bei knapp 5 Millionen Euro Umsatz. Um diese Wachstumsraten fortführen zu können, müssen wir nun die Initiative ergreifen und eine fest besetzte Niederlassung etablieren. Den Start mache ich, im nächsten Schritt suchen wir ein Büro und Lager in der Umgebung von München. Die Kollegin aus Hamburg zieht mit ihrer kompletten Familie ebenfalls nach München und wird uns dort weiterhin unterstützen. Zudem werden wir einen Support/Service-Mitarbeiter einstellen und einen Office-Manager, der sich um die Auftragsabwicklung kümmern wird. In der Übergangszeit – ca. ein Jahr – wird uns darüber hinaus ein Support-Kollege von China aus unterstützen, damit wir uns um den Aufbau der neuen Europazentrale kümmern können.

Der Vertrieb läuft weiter über Distributoren?

Ja. Wir verfügen über ein großes Netzwerk an Distributoren, die einen sehr guten Marktzugang haben, den wir selber so schnell gar nicht aufbauen könnten.

Mit welchen Produkten adressieren Sie den europäischen Markt?

Aktuell haben wir Oszilloskope, Signalgeneratoren, Power-Supplies, Multimeter und Spektrumanalysatoren im Portfolio. Zur electronica kommen ein paar neue Geräte dazu – unter anderem unser erster HF-Signalgenerator mit einer derzeitigen Bandbreite bis 3,2 GHz, mit dem wir die Mittelklasse schon mal „ankratzen“. Dies ist ein weiterer Grund, eine lokale Niederlassung zu etablieren: Mit der Erweiterung von der unteren Leistungsklasse in die Mittelklasse steigen die Anforderungen der Kunden, die Fragen werden anspruchsvoller und auch ein lokaler Service/Support ist dann gefragt.