Interview mit Thomas Rottach, Siglent »Der Kunde steht im Mittelpunkt unserer Welt«

Ziele, Strategien und die nächsten Schritte

Die Wachstumsraten sind groß, das geplante Investment ebenfalls. Wo liegen Ihre Ziele für die kommenden Jahre?

Unser Ziel für die nächsten zwei bis drei Jahre ist es, die Wachstumsraten zu halten. Typischerweise kommt man irgendwann in eine Sättigung, wenn eine gewisse Umsatzgröße erreicht ist. Diese weiter hinauszuschieben ist unser Ziel.

Reicht es, dazu einfach ein neues Büro zu eröffnen?

Das ist der erste Schritt. Darüber hinaus müssen wir natürlich auch unseren Markt erweitern, indem wir unser traditionelles Geschäft mit Hobby-Elektronikern und Amateurfunkern beispielsweise um den Industriebereich erweitern. Dafür wiederum sind die Rahmenbedingungen wichtig: lokale Präsenz, Kalibrierung und Service vor Ort, Support in Landessprache.

Wie sieht es mit Hochschulen aus?

Auch das ist ein interessantes Feld für uns. Wir müssen uns anschauen, worauf unsere Distributoren fokussieren, und dann eine Strategie ausarbeiten, wie wir Zugang zum Education-Markt erlangen. Ein interessanter Markt ist auch das IoT, wobei IoT ja eigentlich die Applikation ist, nicht der Markt. Alles in diesem Bereich ist kostensensitiv. Vielleicht werden große Unternehmen ihr Equipment weiter bei den renommierten Anbietern kaufen, aber es gibt durchaus viele, viele kleinere Firmen, die nicht einige Tausende für Messtechnik spendieren können. Hier kommen wir ins Spiel – mit qualitativ guten, einfach zu bedienenden Produkten zu günstigen Preisen, mit lokalem Support und kurzen Service- und Kalibrierzeiten. Die Spezifikationen sind gut – und ich bin überzeugt, dass es funktionieren wird.

Welches sind nun die nächsten Schritte?

Zunächst müssen wir die Kunden wissen lassen, dass es uns überhaupt gibt und wofür wir stehen. Ich baue derzeit einen engeren Kontakt zu unseren Distributoren auf und kümmere mich um das Marketing, um unsere Bekanntheit im europäischen Markt weiter zu pushen. Der für den Support und Service geplante Mitarbeiter wird sich um den Aufbau der Reparatur-Infrastruktur kümmern. Unter anderem werden wir einen Kalibriermessplatz für Werkskalibrierungen haben.

Ihre Ansage an den Markt?

Uns ist wichtig, zu unterstreichen, dass wir sehr kundenzentriert sind, dass wir Feedback sehr ernst nehmen. Das habe ich auch in China vor Ort erfahren. Wenn ein Kunde ein Problem meldet, ist innerhalb kurzer Zeit eine neue Firmware auf dem Tisch – mit dem Fix. Wenn es ein kritisches Problem ist, setzt der Produktmanager auch mal drei Leute daran, damit eine schnelle Lösung im Sinne des Kunden gefunden wird. Solch kurze Reaktionszeiten habe ich in all meinen Jahren in der Messtechnikbranche noch nicht gesehen. Kurzum: Der Kunde steht im Mittelpunkt unserer Welt. Es mag wie eine Floskel klingen, aber wir leben das tatsächlich.

Das Interview führte Nicole Wörner, Markt&Technik.