Zusammenfassung Das Auto parkt sich selbst - Freigabe für Bosch-Daimler-Projekt

Standardisierung heißt das Ziel

Den Entwicklern bei Bosch und Daimler geht es aber vor allem um die Standardisierung der Technik. Denn sollten sie im Stuttgarter Parkhaus andere Autos benutzen wollen, wäre gleich wieder eine neue Zulassung notwendig. Und wenn sie das System in anderen Parkhäusern installieren wollten, ebenfalls.

Ganz zu schweigen von der Verschränkung mit den Entwicklungen anderer Hersteller. Continental etwa arbeitet ebenfalls an fahrerlosen Parksystemen, die aber anders funktionieren, wie eine Sprecherin sagte. Der Bosch-Konkurrent plant demnach unter anderem ein serienreifes System, das komplett im Auto steckt - ohne Verbindung zum Parkhaus.

Bosch und Daimler sind trotzdem überzeugt,…

...einen Meilenstein auf dem Weg zum automatisierten Fahren erreicht zu haben. «Die Freigabe der Behörden in Baden-Württemberg hat Vorbildcharakter, um den Parkservice künftig auch weltweit in Parkhäusern zuzulassen», sagte Michael Hafner, der bei Daimler den Bereich Fahrtechnologien und Automatisiertes Fahren leitet. In Peking wird das Automated Valet Parking ebenfalls schon getestet.

Ebenfalls überzeugt sind die Entwickler,…

...dass Nutzer durchaus auch bereit sein werden, dafür zu bezahlen - etwa wenn sie in Eile am Flughafen schnell ihr Auto loswerden wollen. Auch für Parkhausbetreiber soll sich die Technik rechnen. Sie könnten bis zu 20 Prozent mehr Stellfläche nutzen, weil sich fahrerlose Autos enger nebeneinander parken ließen, rechnen Bosch und Daimler vor. Zudem könnten alte, enge, dunkle Parkhäuser weiter genutzt werden. Die würden von vielen Autofahrern gemieden. Aber wenn die Autos dort allein hineinfahren könnten, spiele das keine Rolle.

Bosch-Geschäftsführer Markus Heyn ließ sich am Dienstag zudem mit einem Satz zitieren, der wohl als Replik auf die vielfach geäußerte Befürchtung zu verstehen ist, Deutschland und Europa ließen sich beim technischen Fortschritt von Asien und den USA den Rang ablaufen: «Die Entscheidung der Behörden zeigt, dass Innovationen wie das automatisierte Valet Parken zuerst in Deutschland möglich sind.»