Bieterschlacht um Osram Bain/Advent wollen ams überbieten

Die Übernehmeschlacht um Osram geht in die nächst Runde.
Die Übernehmeschlacht um Osram geht in die nächst Runde.

Bain und Advent wollen zusammen deutlich mehr für Osram bieten als ams. Konkrete Angaben über die Höhe haben Bain und Advent noch nicht gegeben.

Eine entsprechende Mitteilung hat Osram auf der Website veröffentlicht. Bain und Advent ließen bisher nur verlauten, dass  das Angebot die  38,50 Euro von ams deutlich überschreiten werde. Carlyle wollte offenbar im Preis für ams nicht höher gehen und deshalb hat sich Carlyle nach einem neuen Partner umgesehen und in Advent gefunden.

Wie zuvor Bain Capital und die Carlyle Group wollen nun auch Bain und Advent Osram unter dem alten Namen weiterführen und Schutzzusagen für Mitarbeiter und Standorte festschreiben. Die IG Metall bevorzugte deshalb das Angebot der Investoren, auch wenn der Preis pro Aktie niedriger lag als der von ams.

Denn ams plant, sich nach einer erfolgreichen Übernahme von Osram von der Einheit »Digital Lighting« zu trennen, was die Gewerkschaft und auch der Aufsichtsrat von Osram als Zerschlagung werten. Deshalb hatte der Aufsichtsrat den Eindruck vermittelt, aus finanziellen Gründen eine Empfehlung für die Offerte von ams aussprechen zu müssen, einfach weil es das höhere Angebot war – im Grunde aber gegen die Zerschlagung zu sein. Die IG Metall befürchtet den Verlust von Arbeitsplätzen. Nun sind Investoren wie Bain und Advent dafür bekannt, bei den angeschlagenen Firmen, in die sie ihr Geld stecken, harte Sanierungsmaßnahmen durchzuführen, um schlussendlich mit einem Gewinn aus der Transaktion hervorgehen zu können. Es wird interessant zu sehen sein, wie sie das mit den erwarteten Garantien und einem relativ hohen Übernahmepreis vereinbaren können.

Derzeit liegen offiziell die Offerten von ams bei 38,50 Euro je Anteilsschein sowie von Bain und der Caryle Group bei 35 Euro pro Aktie vor. Wenn ams die selbstgesetzte Schwelle von 62,5 Prozent bis zum 1. Oktober nehmen kann, dann würde der Plan zur Übernahme von ams aufgehen. Allerdings könnte sich die Frist auch noch auf den 15. Oktober verlängern, wenn Änderungen in einem der beiden derzeit parallel laufenden Angebote vorgenommen werden.

Das neue Angebot von Bain und Advent müsste, sobald es konkret und offiziell ist,  aber zunächst die Bafin prüfen, was bis zu zehn Tagen dauern kann. Vor dem 1. Oktober wäre das kaum zu schaffen.

Jetzt käme es also darauf an, dass Bain und Advent ihr Angebot konkretisieren, so dass die Anleger von einem seriösen Angebot ausgehen könnten. Von ams war bisher nur zu erfahren, dass das Unternehmen die Situation evaluieren wolle.

Laut den Pflichtmitteilungen der Bieter haben 2,05 Prozent die Offerte von ams bisher angenommen, ams selber hält derzeit 4 Prozent der Osram-Aktien. Auf die Offerte von Bain und Carlyle entfallen bisher 1,16 Prozent. Diese Zahlen sagen allerdings wenig aus, weil die institutionellen Anleger sich meist erst am allerletzten möglichen Tag entscheiden. Es bleibt also abzuwarten, ob das neue Konsortium aus Bain und Advent rechtzeitig ein überzeugendes Angebot vorlegen kann.