Frost&Sullivan-Studie Ausblick 2023: Boom für HF-Messtechnik

Auftragseingangsrekord im Rohde-&-Schwarz-Geschäftsjahr 2016/2017
Auftragseingangsrekord im Rohde-&-Schwarz-Geschäftsjahr 2016/2017

Einer aktuellen Frost&Sullivan-Studie zufolge wird der Markt für Hochfrequenz-Messtechnik in den kommenden Jahren einen wahren Boom erleben. Die Experten haben fünf Treiber identifiziert, die der HF-Prüftechnik bis zum Jahr 2023 mehr als 30 Milliarden US-Dollar an neuen Umsätzen einbringen sollen.

Die Frost-&-Sullivan-Studie „Radio Frequency (RF) Test and Measurement (T&M) Market, Forecast to 2023“ zeigt die großen Treiber der Hochfrequenz-Prüftechnik auf. Das Ergebnis: Die hohe Nachfrage aus der Autobranche für vernetzte Fahrzeuge, Fortschritte bei den Standards für die drahtlose Kommunikation sowie 5G und ihr vorgelagerte Technologien werden zu einem massiven Wachstum der Industrie führen.

Die Analysten gehen davon aus, dass Asia-Pacific zur größten und schnellsten Wachstumsregion für HF-Prüftechnik-Anbieter werden wird – mit einem geschätzten Umsatz von 1,99 Milliarden US-Dollar bis 2023.

»Asien hat sich zum Produktionsdrehkreuz der Welt entwickelt und hat eine besondere Bedeutung für Anbieter«, erklärt Jessy Cavazos, Measurement & Instrumentation Industry Director von Frost & Sullivan. »Zudem nimmt die Region eine führende Position in der Forschung und Entwicklung ein, weshalb sie in Zukunft noch wichtiger werden wird.« Die Region werde zusätzlich signifikante Wachstumschancen für Anbieter von Test- und Messtechnik in der Luftfahrt und Verteidigungsindustrie schaffen.

Mittlerweile profitieren auch Nordamerika und Europa von der Drahtlostechnologie. Das Wachstum in diesen Regionen resultiert laut Frost & Sullivan aus F&E-Aktivitäten rund um Standards für die Drahtloskommunikation, vernetzte Fahrzeuge und das industrielle Internet der Dinge (IIoT).

Lateinamerika, der mittlere Osten und Afrika haben weniger Aktivitäten zu verzeichnen und beanspruchen dementsprechend nur fünf Prozent der gesamten Marktumsätze für sich.

Insgesamt gehen die Marktforscher davon aus, dass bis zum Jahr 2023 mehr als 30 Milliarden US-Dollar an neuen Umsätzen in die Kassen der HF-Messtechnik-Anbieter fließen werden. Die wichtigsten Treiber sind: 

1.    Vernetzte Fahrzeuge und autonomes Fahren: 
Infotainment-Systeme sind viel leistungsfähiger geworden und gehören mittlerweile zu den wichtigsten Versprechen der Autohersteller. Die Einführung von Standards für drahtlose Kommunikation, wie etwa LTE und WiFi, wird die Nachfrage nach HF-Prüftechnik antreiben, und wichtige F&E-Investitionen werden in automobilen Radar und Target-Simulation fließen.

2.    5G: 
Intensive Forschung an 5G-Technologien lässt die Nachfrage nach HF-Prüftechnik steigen – und dieser Trend wird sich über den Prognosezeitraum bis 2023 auch halten. Die Nachfrage wird sich langfristig auf höhere Frequenzen verlagern, was zu einem Nachteil für den Markt für bis zu 8 GHz führen wird.

3.    Modulare Messgeräte: 
Die Marktdurchdringung modularer elektronischer Instrumente wird sich voraussichtlich weiter an den Multikanal-Ansatz aufkommender Endanwendertechnologien angleichen; die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate für modulare HF-Prüfgeräte wird zwischen 2016 und 2023 bei 14 Prozent liegen. 

4.    Asien-Pazifik: 
Asien-Pazifik wird voraussichtlich ein höheres Wachstum erleben als andere Regionen und seinen Marktanteil auf 43,2 Prozent in 2023 erhöhen.

5.    IoT-Geräte: 
Marktteilnehmer erwarten, dass Schmalband-IoT und mobile IoT-Standards wie Bluetooth Low Energy (BLE), LTE-M und SigFox LoRA einen neuen Teilmarkt schaffen werden. Dieser Trend wird zu einem Anstieg von Paralleltest führen und einen Markt für kostengünstige Prüfgeräte schaffen.