Keysight Technologies »ATE-Oszilloskope sind in der Masse angekommen«

Integrierte Tools

Integrierte Tools sind bei Labor-Oszilloskopen von größter Bedeutung. Und weil die Oszilloskop-Hersteller entsprechende Chipsätze ohnehin nutzen, warum sollten sie sie nicht auch für ATEs verwenden? Moderne Oszilloskope mit kleinem Formfaktor erhalten damit Hardware-bedingte Fähigkeiten wie integrierte Arbiträrfunktionsgeneratoren und Zähler. Für grundlegende Tests werden zusätzliche Geräte dadurch unter Umständen überflüssig.

Generell gelangen immer mehr Funktionen von Laboroszilloskopen in die kleineren Geräte – Möglichkeiten, die in herkömmlichen ATEs bisher nicht zu finden waren. Wie zum Beispiel in Bild 4. Dieses modulare Oszilloskop kann bestimmte Protokollpakete dekodieren und sogar auf Fehler triggern. Diese zusätzlichen Funktionen bieten den ATE-Ingenieuren eine hohe Flexibilität bei der Entwicklung und Verfeinerung ihrer Testverfahren.

Waveform-Maskentests

Pass/Fail-Tests sind ein Muss. In der Vergangenheit erforderten ATE-Systeme oft kundenspezifische FPGA-Lösungen, um Pass/Fail-Daten in Echtzeit bereitzustellen. Einige der heutigen ATE-fokussierten Oszilloskope können Hunderttausende von Tests pro Sekunde mit interner Hardware durchführen. Sie bieten auch einige schnelle Funktionen zur Fehlersuche, wie z.B. die Möglichkeit, auf Grundlage eines zuvor erfassten „idealen“ Signals einfach eine Maske zu erstellen und Testergebnisse als Six-Sigma-Leistungsbenchmarks zu dokumentieren.

Passende Tastköpfe

Es gibt zwei Hauptüberlegungen für ATE-Tastköpfe: Die erste ist die Signalintegrität. In der Vergangenheit waren die meisten ATEs nur mit Dutzenden oder Hunderten von MHz beschäftigt. Mit zunehmender Geschwindigkeit und abnehmender Amplitude der Signale wird das Abtasten aber immer wichtiger. Ein handelsüblicher passiver Tastkopf oder eine verkabelte Verbindung reicht für die heutigen Testanforderungen möglicherweise nicht aus. Die Fähigkeit, High-End-Tastköpfe in ATEs zu integrieren, ist von entscheidender Bedeutung.

Die zweite Überlegung ist die Vielfalt der Tastköpfe. ATE-Oszilloskope sollten mit mehreren Arten von Tastköpfen arbeiten können. Zusätzlich zu den standardmäßigen passiven Tastköpfen benötigen viele ATEs Hochtemperatur-Tastköpfe, hochempfindliche Stromsensoren, Hochstrom-/Hochspannungssensoren, Power-Rail-Tastköpfe oder extra lange verkabelte Tastköpfe. Dies ist bei vielen Oszilloskopen einfach nicht möglich.

Fazit

Automatisierte Testumgebungen stellen oft eine große Belastung für die Software (und den Programmierer) dar. Sie müssen eine korrekte Analyse durchführen, während sich die Schaltungsdesigns noch in der Entwicklung befinden oder während sie die Betriebsleistung eines Systems messen. In der Vergangenheit mussten sich Anwender bei der Implementierung von automatisierten Testumgebungen auf Laboroszilloskope verlassen, um ihre Arbeit zu erledigen. Die Zeiten haben sich geändert. ATE-Oszilloskope sind in der Masse angekommen.