Keysight Technologies »ATE-Oszilloskope sind in der Masse angekommen«

Waveform-Visualisierung

Alle Oszilloskope erfassen Daten, verarbeiten sie und stellen sie auf einem Bildschirm zur Fehlersuche und Signalanalyse dar. ATE-Ingenieure müssen ihre Daten jedoch von einem physisch getrennten Standort aus betrachten. Sie können nicht den ganzen Tag neben ihren Oszilloskopen stehen und mehrere Bildschirme überwachen. So versuchte man in ATEs traditionell, Digitizer anstelle von Oszilloskopen zu verwenden. Digitizer erreichen jedoch in manchen Bereichen nicht die nötige Leistung. Auch spielt es bei ATEs eine große Rolle, wie lange jeder Test dauert. Weil Digitizer nicht automatisch interpolieren und plotten, muss der Endanwender das tun. Dies wird zum Engpass für die Tests.

Oszilloskope sind für die schnelle Interpolation und Darstellung von Daten konzipiert. Deshalb geben die Hersteller Spezifikationen wie etwa die Waveform-Update-Rate an. Diese ist so hoch, dass das menschliche Gehirn nicht alles gleichzeitig verarbeiten kann. Aus diesem Grund ist die Kontrolle der Wellenformintensität des Oszilloskops entscheidend.

Update-Rate und Intensitätskontrolle sind bei Oszilloskopen für den Labortisch alltäglich, aber erst kürzlich haben sie ihren Weg in die ATE-Welt gefunden. Bild 2 zeigt ein Beispiel. Dieses Oszilloskop zeigt dank seiner schnellen Update-Rate mehrere überlagerte Wellenformen, die gleichzeitig auf dem Bildschirm dargestellt werden. Und die Intensitätssteuerung der Wellenform ermöglicht es dem Anwender, Fehler in seinem Signal schnell zu erkennen. Der Versuch, mit einem Digitizer so viele Daten auf einmal zu sehen, würde enttäuschend verlaufen.

Darüber hinaus sind moderne Laboroszilloskope bekannt für ihre Triggerfunktionen. Aber auch die heutigen ATE-Oszilloskope nutzen vielfach die Triggerschaltungen und die Logik ihrer Gegenstücke aus dem Labor. So wurde beispielsweise die Zone-Trigger-Funktion der Keysight-InfiniiVision-Oszilloskope in die modularen, ATE-fokussierten Oszilloskope portiert (Bild 3).

Auch wichtig: Irgendeine Art von Remote-Konnektivität ist ein Muss! Ethernet oder USB werden bevorzugt, einige ältere Systeme verwenden GPIB und VGA zur Steuerung und Anzeige.

Optimierte Datenerfassung

ATE-Testszenarien benötigen in der Regel nicht jedes Bit der erfassten Daten. Zusätzliche Daten bedeuten unnötigen Zeitaufwand für die Datenanalyse oder -übertragung. Vieles davon lässt sich mit Oszilloskop-Triggern vermeiden – Anwender erfassen nur die Daten, die sie sehen wollen. Dies kann durch die Oszilloskop-Digitalisierung mit codierten Befehlen weiter optimiert werden. Manchmal können Ingenieure sogar ganz ohne Waveform-Daten auskommen. Es genügt, Triggerereignisse einfach zu identifizieren und zu zählen.