Messtechnik in der Praxis / Glosse Achtung, Blitzer!

Nicole Wörner, Redaktion Markt&Technik
Nicole Wörner, Redaktion Markt&Technik

Nun hat er also begonnen – der berühmt-berüchtigte »Blitzermarathon«. Diesmal sogar flächendeckend in 21 europäischen Ländern gleichzeitig. So auch in Deutschland. Doch was bringt er überhaupt, wenn man dank einschlägiger Radiosender und Internetseiten schon längst weiß, wo der Blitzer lauert?

Na, hat man Sie heute Morgen »erwischt«? Mich nicht – ich habe die freundlichen Fotografen nämlich rechtzeitig gesehen. Zugegeben, ich habe auch gewusst, wo sie stehen. Und irgendwie war es ein richtig gutes Gefühl, mit dem Motorrad an dem scheinbar gierig auf mich wartenden Blitzer vorbeizufahren – mit Tempo 48 innerorts, direkt vor dem Ortsausgang. Ha! Mich habt Ihr nicht erwischt! Fast hätte ich noch gewunken, aber da musste ich auch schon die Kupplung ziehen, um unmittelbar nach dem Ortsschild wieder richtig »Gas zu geben«…

Nein, im Ernst. Die mittlerweile alljährliche Verkehrserziehungsmaßnahme namens Blitzermarathon (die offizielle Bezeichnung lautet übrigens Blitzmarathon) wird wieder viele, viele Euros in die Gemeindekässchen spülen. Und dieses Geld kann man sicherlich auch gut gebrauchen. Der eigentliche Sinn dahinter ist aber ein anderer: Man will Aufklärungsarbeit leisten, das Geschwindigkeitsbewusstsein der Verkehrsteilnehmer wieder schärfen und darauf aufmerksam machen, dass man oft viel zu schnell unterwegs ist, ohne es wirklich zu merken – einfach weil man viel zu sehr in Gedanken oder während der Fahrt mit anderen Dingen beschäftigt ist.

Und mal ehrlich, haben Sie heute nicht auch viel öfter auf den Tacho geschaut und sind vom Gas gegangen, wenn Sie ein wenig zu schnell waren? Ja? Na, dann hat sich das Ganze doch schon gelohnt – denn ein bisschen mehr Aufmerksamkeit und angepasste Geschwindigkeit schadet doch keinem. Und ob man nun mit 50 oder 60 km/h durch die Stadt fährt – so viel später kommt man deshalb auch nicht am Ziel an, immerhin sprechen wir hier von Kilometern in der Stunde... Und wenn dadurch nur ein einziger Unfall verhindert wird, ist das doch viel wert, oder?

Also, in diesem Sinne allzeit gute – nicht zu schnelle – Fahrt!

Ihre Nicole Wörner.

PS: Ich bin trotzdem froh, wenn ich vorher weiß, wo die Blitzer stehen… Danke an die Radiosender.

PPS: Um an dieser Stelle noch schnell den Bezug zum Thema »Messtechnik« herzustellen: Auf der Detailseite der PTB Braunschweig gibt es eine interessante Aufstellung der aktuell für Geschwindigkeitsmessungen zugelassenen Messverfahren und deren Funktionsweise.

Bilder: 9

Welche Blitzer es gibt

Welche Blitzer-Verfahren es gibt