USA und China – Spannungsreiche CES Was es auf der CES zu sehen gibt

Das Logo der Technik-Messe CES ist im Las Vegas Convention Center zu sehen.
Das Logo der Technik-Messe CES ist im Las Vegas Convention Center zu sehen.

Auf der der CES steht Mobilität immer mehr im Vordergrund. Auch im Umfeld von 5G und KI wird es viel zu sehen geben – sowie unzählige neue Gadgets.

Wie werden sich die Handelsspannungen zwischen den USA und China auf die diesjährige CES auswirken? Chinesische Firmen sind jedenfalls prominent auf der Messe in Las Vegas vertreten, darunter Alibaba, Heier und Huawei, deren CFO auf Betreiben der USA im Dezember in Kanada festgenommen wurde. Aus Sicht der USA gelten chinesische Firmen wie Huawei als Sicherheitsrisiko, besonders für den Aufbau der 5G-Infrastruktur. Zuletzt schien auch Japan in diese Richtung zu schwenken: Japans Regierungsstellen sollen keine Kommunikationsgeräte mehr von chinesischen Firmen einsetzen.

Auswirkungen der Haushaltssperre

Dazu kommt noch der Haushaltsstreit in den USA. Derzeit gilt eine Haushaltssperre. Ihre bereits zugesagten Auftritte müssen deshalb zahlreiche Behördenvertreter absagen, darunter Ajit Paoi, der Leiter der Telekommunikationsbehörde FCC. Das selbe gilt für die Umweltbehörde, die Wettbewerbsbehörde und das Heimatschutzministeriums. Verkehrsministerin Elaine Chao werde aber wie zugesagt sprechen.

Davon abgesehen steht dieses Jahr im Zeichen des 5G-Aufbaus. Erste 5G-Netze sollen 2019 in verschiedenen Ländern ihre regulären Dienste aufnehmen. Auf der Messe wird mehr darüber zu erfahren sein, wie sich die verschiedenen Mitspieler in 5G einbringen werden – und inwieweit wo chinesische Firmen beteiligt sein werden.

Ein weiteres herausragendes Thema wird selbstverständlich KI auf allen Ebenen sein. Autonomes Fahren einschließlich Telematik spielt dabei eine wichtige Rolle und so verwundert es nicht, dass sich die CES fast schon zu einer Auto-Veranstaltung gewandelt hat, die traditionellen Messen wie der Detroit Auto Show das Wasser abgräbt, die ab 2020 nicht mehr im Januar sondern im Juni stattfinden wird. Ganz vorne mit dabei sind ist die KI-Abteilung von Toyota Motor, Honda Motor, Ford und Denso sind ebenfalls stark präsent. Auch die deutschen Hersteller und Zulieferer wie Bosch zeigen, was sie rund ums autonome Fahren entwickeln. Byton wird voraussichtlich den Protoypen eine Elektro-SUV vorstellen. Offenbar sieht die Autonbranche die CES als guten Rahmen an, um zu zeigen, wie die Elektrifizierung der Fahrzeuge, die Vernetzung und neue Mobilitätskonzepte wie Car Sharing und Mitfahrdienste sich gegenseitig beflügeln und zusammen wachsen.

Eldorado für Start-ups

Seit 2012 gibt es auf der CES den »Eureka Park«, einen speziellen Bereich für neu gegründete Firmen, wo sich in diesem Jahr nicht weniger als 1100 Start-ups tummeln. So hat sich die Messe auch zu einem Umschlagplatz für neue Ideen entwickelt, wo sich etablierte Firmen umschauen können, in welchen Bereichen es sich für sie wohl lohnen würde, zu investieren und zu kooperieren.  

Doch es gibt auch noch viel Neues rund um die Unterhaltungselektronik zu sehen, das eigentliche Ursprungsthema der CES, denn das C stand ja einmal für Consumer.

Fernseher

Schon in den vergangenen Jahren gab es auf der CES diverse Fernseher mit ultra-scharfem Bild dank der 8K-Auflösung mit vielen Bildpunkten zu sehen. Das dürfte auch diesmal so sein - während die Inhalte in entsprechend hoher Qualität nach wie vor ein Problem sind. Die Anbieter arbeiten auch daran, Probleme wie Einbrenn-Effekte bei heutigen Display-Technologien zu lösen - und zum Beispiel von Marktführer Samsung wird erwartet, dass seine im vergangenen Jahr vorgestellte MicroLED-Technologie für große Videoleinwände auch in Verbrauchergeräte kommen könnte. Interessant ist auch, ob die seit Jahren als Prototypen gezeigten zusammenrollbaren Fernsehbildschirme schließlich zur Marktreife gebracht wurden.

Sprachassistenten

Schon die vergangene CES stand im Zeichen der Rivalität von Amazon und Google, die mit ihren Sprachassistenten auf immer mehr Geräte verschiedener Hersteller vorpreschen. In diesem Jahr geht der Trend mit Geräten diverser Marken mit Amazons Alexa und dem Google Assistant an Bord weiter. Amazon will es inzwischen auch Herstellern von Hausgeräten einfach machen, mit dem als Bauteil angebotenen Chipsystem Alexa Connect, seine Sprachassistentin in Waschmaschinen und Öfen zu integrieren. Auch im Auto will Amazon Alexa verstärkt etablieren. Pünktlich zur CES teilte der Konzern mit, dass inzwischen mehr als 100 Millionen Geräte mit Alexa an Bord verkauft worden seien.

Smartphones

Für 2019 wurden erste Telefone in Aussicht gestellt, die für 5G ausgelegt sind. Während noch offen ist, inwieweit die entsprechenden Netze in den nächsten Monaten tatsächlich verfügbar sein werden, könnten es zumindest einen Ausblick auf einige Geräte schon auf der CES geben. Spannend ist auch, ob Samsung mehr zu seinem faltbaren Smartphone preisgibt. Das Gerät, das sich mit einem zweiten biegsamen Bildschirm zur Größe eines kleinen Tablets aufklappen lässt, dürfte in diesem Jahr auf den Markt kommen. Auch andere Hersteller arbeiten an solchen Falt-Smartphones.

Wearables

Um die kleinen tragbaren Mini-Computer gab es erst einen großen Hype – außer Fitness-Armbändern und einigen Computer-Uhren wie die Apple Watch, setzte sich aber bisher kaum etwas davon durch. In diesem Jahr könnte aber unter anderem die Firma Vuzix mit ihrer Brille »Blade« für Aufsehen sorgen, die über Augmented Reality zusätzliche Informationen wie zum Beispiel Navigationsanweisungen einblenden soll.