Abkühlung des lauen Lüftchens? US-Keil zwischen China und Japan

Sicherheitsbedenken: die japanischen Ministerien sollen keine PCs und Telekommunikationsausrüstungen von chinesischen Firmen beziehen. China wehrt sich.
Noch vor kurzem hatte es so ausgesehen, als herrsche Tauwetter zwischen Japan und China. Jetzt befürchtet China einen US-Keil.

Schwenkt Japan nach freundlichen Gesprächen mit China wieder auf US-Kurs ein? China befürchtet, dass die USA einen Keil in die Beziehungen treiben wollen.

Japanische Ministerien und das Militär sollten nicht mehr von chinesischen Firmen kaufen.  Am Montag hatten japanische Medien darüber berichtet, dass die Regierung aus Sicherheitserwägungen entsprechende Anordnungen ausgegeben habe, ohne Namen zu nennen. Die drei größten Telekommunikationsunternehmen hätten daraufhin aber Huawei und ZTE als Zulieferer gestrichen.

Kein Wunder, dass China überrascht reagiert. Hatten sich doch Chnas Präsident Xi Jinping und der japanische Premierminister Shinzo Abe erst vor zwei Monaten in Peking getroffen , um über Kooperation im Technologiesektor und über IP zu sprechen.  Ein »Innovation and Intellectual Property Dialogue« soll noch in diesem Jahr aufgenommen werden. Alles sah nach Tauwetter in den Beziehungen zwischen beiden Staaten aus. Masayoshi Son, der Gründer von Softbank, hatte vor einiger Zeit – noch unter dem Eindruck der Auseinandersetzung um ZTE – davor gewarnt, sich von nur einem Land allzu sehr abhängig zu machen. Eine Ansicht, der sich Jack Ma, Gründer von Alibaba, aus seiner Sicht nur anschließen konnte.
Unter dem Eindruck des amerikanischen Protektionismus und Unilateralismus hatte die englischsprachige regierungsnahe chinesische Global Times die chinesisch-japanische Kooperation das einzige wirksame Mittel bezeichnet, um nicht nur Asien sondern die ganze Welt zu stabilisieren.

Jetzt schreibt die Global Times, dass sich Japan nicht zum Vasallen-Staat der USA machen lassen sollte. Je mehr sich die USA nach Unterstützung unter ihren Verbündeten bemühten, um so mehr sollte Japan unabhängig bleiben.

Shinzo Abe habe sich bemüht, die Beziehungen zwischen Japan und China zu verbessern – zumindest mit Worten. Das tatsächliche Verhalten gegenüber Huawei und ZTE werde zeigen, ob eine Lücke zwischen Worten und Taten bestehe. Japan und China sollten keinen Keil zwischen ihre Beziehungen treiben lassen, so die Empfehlung von Global Times.