Plomben, Micro Base Stations, Beacons Sigfox reitet die nächste Vernetzungswelle

Dipl.-Ing. Aurelius Wosylus
leitet seit März 2016 das Münchner Büro des französischen IoT-Netzwerk-Unternehmens Sigfox.
Aurelius Wosylus, Sigfox: »Sigfox in die bestehende Geräte zu integrieren, das wird die nächste große IoT-Welle. Die zu Buche schlagenden Adaptionskosten können wir gering halten.«

Aurelius Wosylus von Sigfox, erklärt im Gespräch mit Markt&Technik, wie das Unternehmen die Milliarden Dinge im IoT vernetzten und neue Geschäftsmodelle ermöglichen will.

Markt&Technik: Low Power Wide Area Networks versprechen die Vernetzung von Milliarden von kleinen Dingen im Internet of Things. Wichtigste Voraussetzung ist neben zuverlässiger Verbindung und geringer Leistungsaufnahme ein erschwinglicher Preis. Ist er immer noch die größte Hürde?

Aurelius Wosylus, Chief Sales Officer Germany von Sigfox: Nein, das wird schon bald nicht mehr so zutreffen. Wir haben schon im vergangenen Jahr angekündigt, ein Funkelement für 20 Cent zu entwickeln. Gerade erst haben wir ein darauf beruhendes funktionierendes Gerät auf der Bühne auf unserem Sigfox Connect Event in Berlin vorgestellt. Wir haben es in enger Zusammenarbeit mit einem Kunden entwickelt und jetzt stehen die Feldtests an, um es endgültig zur Serienreife zu bringen.

Wozu wird es verwendet?

Zum Beispiel als aktive Plombe: Die Sendeeinheit wird einfach an ein Päckchen oder einen Container angehängt. Die Einheit registriert wann und wo die Sendung geöffnet wurde und versendet die Daten. Anschließend wird die elektronische Plombe einfach entsorgt, so wie das bisher mit den konventionellen Plomben auch der Fall war. Für die Anwender ändert sich nichts, denn die Sendeeinheit kostet nur noch wenige Cents. Zudem nimmt sie extrem wenig Leistung auf.

Wann ist ersten Anwendungen in der realen Welt zu rechnen?

Da wird rund ein Jahr dauern, dann rechne ich aber damit, dass wir in ganz neuen Marktbereichen in hohen Volumina kommen.

Bisher läuft der größte Teil des Geschäfts ja sowieso schon im Bereich Tracking…

… und zwar in dem Tracking-Sektor, den  ich „einfach“ nenne. „Einfach“ ist der Markt für uns deshalb, weil es schlicht keine andere Technik gibt – oder Alternativen nur zu einem sehr viel höheren Preis zu haben wären. Auch sind die Trackingmodule „einfach“ anzubringen und schnell einsetzbar. Hierzu rechne ich Condition Monitoring und die Überwachung von Kühlketten, um nur zwei Beispiele zu nennen. Sigfox hat sowohl das dazu erforderliche Netz aufgebaut als auch zusammen mit vielen Partnern die entsprechenden Geräte entwickelt. Hier bauen die Anwender also von Grund auf etwas Neues auf, die Adaptionskosten sind gering.