Dr. Tilo Pannenbäcker: »2011 ist für NFC das Durchbruchsjahr« RFID: Offene Standards sind ein Trend

In der Textilbranche ist der Zuspruch für Smartlabel auf RFID-Basis wie denen von NXP weltweit bereits groß, andere Branchen sind derzeit dabei nachzuziehen.
In der Textilbranche ist der Zuspruch für Smartlabel auf RFID-Basis wie denen von NXP weltweit bereits groß, andere Branchen sind derzeit dabei nachzuziehen.

Behalten die Branchenbeobachter recht, »wird 2011 das Durchbruchsjahr für Near Field Communication«, sagt Infineon-Manager Tilo Pannenbäcker - ein weiterer Trend neben NFC im Radio-Frequency-Identifcation-Umfeld seien »offene Standards«. In puncto Speicherbedarf genügen vielen RFID-Applikationen 512 Bit bis hin zu 2 KBit, im High-End können es aber durchaus mehr als 40 KBit werden.

Behalten die Branchenbeobachter recht, »wird 2011 das Durchbruchsjahr für Near Field Communication«, sagt Infineon-Manager Dr. Tilo Pannenbäcker. Ein weiterer Trend neben NFC im Radio-Frequency-Identifcation-Umfeld seien »offene Standards«. In puncto Speicherbedarf genügen vielen RFID-Applikationen 512 Bit bis hin zu 2 KBit, im High-End können es aber durchaus mehr als 40 KBit werden.

Das Marktforschungsunternehmen IMS Research prognostiziert, dass bereits 2011 weltweit rund 40 Mio. Smartphones und andere Mobilgeräte NFC-fähig sein werden und sich diese Zahl im kommenden Jahr auf 120 Mio. Einheiten verdreifachen wird. Somit würde etwa jedes zehnte neue Mobilgerät über NFC-Funktionalität verfügen. »Damit lassen sich besonders einfach Anwendungen realisieren, bei denen ein NFC-Handy als Schreib-Lese-Gerät fungiert - etwa beim Auslesen von Smart-Postern oder beim Produkt- und Markenschutz«, erläutert Dr. Tilo Pannenbäcker, Vice President & General Manager der Chipcard & Security Division von Infineon Technologies. Mit dieser Funktionalität tritt NFC auch ein in die Welt der Objekt-Identifikation, und ISO-14443-basierende Chips und Etiketten werden für Applikationen relevant, für die bisher vornehmlich ISO-18000-basierende Produkte (ISO 15693 und UHF) vorgesehen waren.

Offene Standards sind essentiell

Ein weiterer »wichtiger RFID-Trend ist die zunehmende Erkenntnis, dass offene Standards essenziell sind«, betont Pannenbäcker und verweist auf den öffentlichen Nahverkehr als Trendsetter. In diesem seit Jahren mit großen Volumina laufenden Markt konnten sich proprietäre Technologien, die von nur einem Hersteller definiert werden, »als Quasi-Standards etablieren«. Weil bei Anwendungen innerhalb des ÖPNV-Marktes wie Einweg-Fahrscheinen und Eintrittskarten (Limited-Use-Tickets) die Chips oft nur von einem Hersteller bezogen werden, resultiere daraus »eine sehr ungesunde Wettbewerbssituation, unter der vor allem die Verkehrsunternehmen leiden«. Ein offener Standard hingegen bringe Verkehrsbetrieben und Unternehmen der Zulieferindustrie viele Vorteile, wie höhere Systemsicherheit und höhere Leistung als heute üblich, sowie höhere Lieferzuverlässigkeit, weil die RFID-Chips von mehreren Anbietern bezogen werden können. Außerdem ermöglichen offene Systeme überall auf der Welt die Interoperabilität von Komponenten unterschiedlicher Zulieferer. So lassen sich Infineons my-d-move-Chips jetzt als Alternativen zu den proprietären Chips für Limited-Use-Tickets ohne Anpassungen der Nahverkehrssysteme einsetzen. Auch bei höherwertigen Fahrkarten werde es bald Wettbewerb geben, wenn es vielfältige Produkte nach dem CIPURSE-Standard gibt. Dabei handelt es sich um einen offenen Sicherheitsstandard für den öffentlichen Nachverkehr, der vom internationalen Industrieverband OSPT Alliance entwickelt und propagiert wird.

Was den Speicherbedarf anbelangt, »kommen viele RFID-Anwendungen mit vergleichsweise kleinen Speichergrößen von 512 Bit bis 2 KBit aus«. Besonders leistungsfähige RFID-Systeme erfordern aber auch heute schon deutlich mehr Speicher - bis zu 10 KBit bietet Infineons my-d vicinity. Vor allem könnte Pannenbäcker zufolge »insbesondere der Trend zu NFC-Etiketten die typischen Speicherkonfigurationen grundlegend verändern«. Schließlich wollten die Verbraucher auch ohne Mobilfunkverbindung Bilder oder Mini-Anwendungen von einem Smart-Poster lesen können. Produkte wie der »my-d NFC« enthalten deshalb schon heute mehr als 5 KByte (über 40 KBit) große Speicher. In puncto RFID-Performance gefragt sind derzeit angesichts der Optimierung von Logistik- und Produktionsprozessen »neben der Sicherheit vor allem die Reichweite und Stapelbarkeit von RFID-Tags sowie schnelle und zuverlässige Anti-Kollision«. Mit der von Infineon eingesetzten bei 13,56 MHz arbeitenden Phase-Jitter-Modulations-Technik (PJM) können auch eng beieinander liegende Objekte schnell (bis 1500 Objekte pro Sekunde) erfasst werden. Außerdem werden Objekte mit PJM-Chips auch dann noch zuverlässig erfasst, wenn sie mit einer Geschwindigkeit von etwa 15 km/h am Lesegerät vorbeigeführt werden.