Google und Softbank Pseudosatelliten für globales Internet

Eine Basisstation hängt an einem Ballon von Loon. Das zu Google gehörende Unternehmen wird mit HPASMobile, Tochter von Softbank, kooperieren, die auf Drohnen setzt. Gemeinsam wollen sie Internet und 5G von der Stratosphäre aus in sämtliche Weltregionen bringen.
Eine Basisstation hängt an einem Ballon von Loon. Das zu Google gehörende Unternehmen wird mit HPASMobile, Tochter von Softbank, kooperieren, die auf Drohnen setzt. Gemeinsam wollen sie Internet und 5G von der Stratosphäre aus in sämtliche Weltregionen bringen.

Google und Softbank investieren in fliegende Basisstationen: Von der äußeren Atmosphäre aus sollen sie abgelegene Regionen ans Internet anschließen und für 5G-Verbindungen sorgen.

»Derzeit hat die Hälfte der Weltbevölkerung keinen Anschluss ans Internet, dieser Tatsache dürfen wir nicht ignorieren«, sagt Junichi Miyakawa, CTO von Softbank und CEO von HAPSMobile. Diese Lücke könnte geschlossen werden, indem Basisstationen in rund 20 km Höhe in der Sratosphäre stationiert werden.

Die Entwicklung solcher Systeme haben sich sowohl die zu Google gehörende Loon als auch HAPSMobile vorgenommen. Loon ist aus der Forschungsabteilung von Alphabet, der Mutterfirma von Google, hervorgegangen und arbeitet bereits seit zehn Jahren daran, Basisstationen mit Hilfe von Ballonen in die Stratosphäre bringen. Der erste kommerzielle Test soll noch in diesem Jahr in Kenia starten.

HAPSMobile setzt dazu auf Dronen, also unbemannte Flugzeuge, die auch unter dem Namen High Altitude Pseudo Satellites (HAPS) bekannt sind. Derzeit entwickelt das Unternehmen eine Drohne, die 80  m lang ist und über Solarenergie versorgt wird. 2020 soll die Kommerzialisierung starten. HAPSMobile gehört zu Softbank und ist ein Spin-off von AeroVironment, Hersteller von Drohnen, die zehn Prozent am Unternehmen hält.

Basisstationen in der Stratosphäre

Die Idee, Basisstationen in der Stratosphäre zu stationieren, ist nicht ganz neu. Denn sie sind dort hoch genug, um sämtliche Regionen abdecken zu können, befinden sich aber deutlich unterhalb von herkömmlichen Satellitenumlaufbahnen. Latency-Probleme spielen damit keine große Rolle, ein Vorteil in der 5G-Kommunikation und für IoT.

Damit die Idee in der Realität ankommen kann, sind nach Ansicht von Google und Softbank, Standardisierungen erforderlich, die sie über die Zusammenarbeit genauso vorantreiben wollen wie die erforderlichen Regulierungen. »Indem wir unsere Technologien zusammen führen, beschleunigen wir den Aufbau von weltumspannenden Netzen in der Stratosphäre«, erklärten Junichi Miyakawa und Alastair Westgarth, CEO von HAPSmobile, in einem gemeinsamen Statement.  

Dazu investiert HAPSMobile 125 Mio. Dollar in Loon. Umgekehrt hat Loon die Option, 125 Mio. Dollar in HAPSMobile zu investieren. Im einzelne wollen beide Firmen ihr Equipment so anpassen, dass sich Ballone wie Drohnen damit ausstatten lassen, das auf Basis der selben ITU-Bändern arbeitet und untereinander kommunizieren kann. Zudem wollen sie gemeinsam Bodenstationen aufbauen, die zu den Systemen beider Firmen kompatibel sind. Über eine zu bildende Allianz wollen sie weltweit mit den entsprechenden Regulierungsbehörden kooperieren.

Ein solches in der oberen Atmosphäre arbeitendes Netz könnte sämtlichen Weltregionen unabhängig von der Bodenbeschaffenheit und sonstigen vorhandenen Infrastrukturen mit Zugang zum Internet versorgen. Loon hat darin schon einige Erfahrung gesammelt: Ihre Kommunikationssysteme sind bereits über 30 Millionen km in großer Höhe unterwegs und haben nach eigenen Angaben Hunderttausende Nutzer weltweit verbunden.