Umfrage Mobiles Internet schlägt Festnetzzugang

Das Marktforschungsunternehmen YouGov hat im Auftrag des Netzwerkspezialisten Ciena in Deutschland, Großbritannien und Frankreich mit jeweils mehr als 2.000 Erwachsenen eine Umfrage durchgeführt. Überraschendes Ergebnis: 53 Prozent der Deutschen gaben an, dass der mobile Zugang ihre Hauptverbindung ins Internet ist.

Mobiles Internet bzw. Breitband ist bei einer Mehrheit der Deutschen inzwischen etabliert. Fast drei Viertel (73 Prozent) aller Deutschen besitzen eine mobile Datenverbindung. Zudem gaben mit 53 Prozent mehr als die Hälfte an, dass der mobile Zugang ihre Hauptverbindung ins Internet ist.

Die hohe Akzeptanz des mobilen Internetzugangs ist dabei über alle Altersspannen hinweg erstaunlich stabil. Mit 57 Prozent sind es die 45 bis 54jährigen, die am häufigsten angaben, der mobile Zugang sei ihre Hauptverbindung ins Netz. Damit führt Deutschland leicht vor Frankreich (50 Prozent) und deutlich vor Großbritannien (20 Prozent) in dieser Altersgruppe. Lediglich 13 Prozent der Deutschen gaben an, mit ihrer mobilen Internet/Breitband-Verbindung nicht zufrieden zu sein (Frankreich 10 Prozent, Großbritannien 9 Prozent).

Timon Lutze, Hub Leader Germany & Switzerland  von Ciena kommentiert: »Mobile Datenverbindungen sind in Deutschland geradezu überraschend beliebt – für viele ist es sogar die Hauptverbindung. Mit der Einführung von Next-Generation-Netzwerken wie LTE in den nächsten Jahren wird die mobile Datenverbindung sogar noch an Bedeutung gewinnen, und eventuell sogar die traditionellen Breitbandanschlüsse in vielen Haushalten ersetzen können. Jedoch ist der Erfolg von mobilen Datenverbindungen damit verknüpft, dass der Anwender ein besonders zuverlässiges Nutzererlebnis hat. Das Backhaul-Netzwerk, das die Basisstationen mit dem Core des Netzwerks verbindet, ist in diesem Zusammenhang entscheidend. Man kann es als das zentrale Element jeder mobilen Netzwerkstrategie ansehen – hat man nicht die nötigen Kapazitäten und Robustheit im Backhaul des Netzwerks, steht man als Betreiber schnell vor dem Problem, die Versprechungen hinsichtlich der mobilen Konnektivität zu erfüllen und die Erwartungen der Verbraucher zu enttäuschen.«

Innerhalb der Gruppe der Unzufriedenen waren sich die Befragten mit Ergebnissen zwischen 75 und 78 Prozent in allen drei Ländern einig, dass es vor allem die ausbaufähige Geschwindigkeit der Verbindung ist, die ihre Nutzererfahrung zurzeit noch einschränkt. Auch die unzureichende Netzabdeckung (38 Prozent) und die Kosten für den Datentarif (32 Prozent) wurden in Deutschland als Gründe aufgeführt.

Von den Befragten, die bisher kein mobiles Breitband nutzen, plant die Mehrheit auch nicht, das in den nächsten 12 Monaten zu ändern. Die Briten gaben sich mit 85 Prozent besonders verhalten, Franzosen und Deutschen zeigten sich mit 63 bzw. 68 Prozent etwas offener.

Der Kontakt zu Freunden und Familie ist den Deutschen nicht so wichtig wie das Surfen im Internet: lediglich ein Fünftel nutzt die Verbindung hauptsächlich für Socialising (Web Surfing: 55 Prozent). Besonders kommunikationsfreudig zeigten sich überraschenderweise ältere Franzosen (älter als 55 Jahre). Für 40 Prozent ist der Kontakt zu Freunden die wichtigste Funktion, für die sie mobiles Internet nutzen. Diese Gruppe wurde lediglich von den 18-24-jährigen Briten geschlagen (43 Prozent).

Die deutschen Nutzer mobilen Internets sind im Vergleich der drei Länder nicht ganz so treu zu ihrem aktuellen Betreiber. Während in Großbritannien 65 Prozent angaben, den Betreiber in den nächsten 12 Monaten nicht wechseln zu wollen, wollten sich hierzulande nur 53 Prozent auf diese Aussage festlegen.