Wochenlanger Bieterkampf erwartet Jetzt gehts los: Start der 5G-Mobilfunkauktion

Spannend wird die heute beginnende Auktion bestimmt, auch wenn der Staat sicherlich nicht die exorbitanten Einnahmen aus dem Jahr 2000 erzielen kann, als 100 Mrd. DM in die Kasse flossen. Fachleute rechnen diesmal mit 3 bis 5 Mrd. Euro.

Trotz heftiger Kritik aus der Telekommunikationsbranche startet heute die Auktion von 5G-Mobilfunkfrequenzen. Darum geht es:

Die Übertragungsrate von 5G ist etwa 100 Mal schneller als die von LTE, zudem liegt Die Latenzzeit deutlich niedriger und ermöglicht die Übertragung fast in Echtzeit.

Die Anwendungsbereiche sind vielfältig, letztlich kann 5G in allen Bereichen der Industrie ein Fortschritt sein. Beispiel Auto: Kommt ein Wagen in einer Kurve bei Glatteis ins Schleudern, ist auch das nachfolgende Fahrzeug in Gefahr. Dessen Sensoren bringen wegen der Kurve wenig. Besser wäre es, wenn das vorausfahrende Auto das Abrutschen blitzschnell per Datenfunk an den Verkehr hinter sich meldet – dann könnten Nachfolgende noch vor der Kurve automatisch abbremsen. 5G kann so eine Echtzeit-Kommunikation ermöglichen. Auch in der Telemedizin, in Fabrikhallen oder in der Landwirtschaft – etwa mit autonomen Treckern – soll 5G künftig eine wichtige Rolle spielen.

Was bedeutet die 5G-Auktion für Privatpersonen?

Zunächst einmal wenig. Denn es dauert noch, bis die jetzt zu vergebenden Frequenzen nutzbar werden – erst Anfang 2021 ist es soweit. Trotzdem gibt es Zeitdruck, schließlich muss die Branche vorher den Ausbau angehen. Außerdem taugen die derzeit üblichen Smartphones nicht zu 5G. Erste Geräte, die den Funkstandard theoretisch unterstützen, sollen jedoch schon in der ersten Jahreshälfte auf den Markt kommen. Die allermeisten mobilen Anwendungen funktionieren allerdings schon gut mit 4G/LTE. Für den privaten Endverbraucher ist es also wichtiger, dass erstmal LTE weiter ausgebaut wird. In Zukunft kann sich das aber ändern, wenn weiterentwickelte mobile Anwendungen deutlich höhere Datenströme brauchen als heute - und daher doch 5G nötig wird.

Warum sorgt die Auktion für hitzige Gemüter?

Für die Telekommunikationsbranche hat die Versteigerung große Bedeutung. »Die Frequenzauktion ist der bislang wichtigste Meilenstein auf Deutschlands Weg in das 5G-Zeitalter«, schwärmt beispielsweise der Präsident des Branchenverbandes Bitkom, Achim Berg. Zugleich bekommt er aber tiefe Sorgenfalten. Die Firmen würden »in ein Auflagenkorsett gezwungen, das die Wirtschaftlichkeit der geplanten Investitionen in Frage stellt«, moniert er. Tatsächlich läuft praktisch die ganze Telekommunikationsbranche Sturm gegen die Vergaberegeln – die Netzbetreiber halten die Ausbaupflichten für überzogen. Auf der anderen Seite fordern Politiker noch schärfere Regeln, um überall schnelles Internet durchzusetzen.

Was genau besagen denn die Ausbauregeln?

In zwei Schritten sollen bis Ende 2022 beziehungsweise bis Ende 2024 alle Autobahnen, Bundesstraßen und wichtige Zugstrecken schnelles Internet bekommen. Heute erscheint das kaum vorstellbar angesichts der zahlreichen Funklöchern, die man auf Reisen durch Deutschland erlebt und erleidet. Außerdem sollen 98 Prozent der Haushalte bis Ende 2022 mit schnellem Internet versorgt werden. Der Neueinsteiger Drillisch wird weniger stark in die Pflicht genommen.