Wochenlanger Bieterkampf erwartet Jetzt gehts los: Start der 5G-Mobilfunkauktion

Das sind die heißen Eisen

Die Netzbetreiber müssen mit anderen Firmen sprechen, wenn diese ihre Antennen nutzen wollen – Verhandlungsgebot nennt sich das. Die drei bisherigen Netzbetreiber befürchten, dass sie dadurch gezwungen werden könnten, die Konkurrenz auf ihre Netze zu lassen. Das Verhandlungsgebot ist letztlich eine Abschwächung des »National Roaming«, bei dem Netzbetreiber generell zur Öffnung ihrer Netze verpflichtet sind, wenn Konkurrenten vor Ort keine eigenen Masten haben. Das ist ein rotes Tuch für die Telekom, Vodafone und Telefónica, sehen sie darin doch ihre Investitionen entwertet. Das National Roaming steht zwar nicht in den Vergaberegeln, erleichtert sind die Netzbetreiber aber trotzdem nicht – aus ihrer Sicht könnte das Verhandlungsgebot eine Art Roamingpflicht durch die Hintertür sein.

Was sagt die Politik?

Die will am liebsten schnelles Internet überall. So wollen führende Vertreter aus Union und SPD ein lokales Roaming durchsetzen, ein Roaming nur in bestimmten entlegenen Gebieten. Das ist in den Vergaberegeln als eher vager Verweis auf einen EU-Kodex schon angedeutet, aber noch nicht ausformuliert. Über eine Änderung des Telekommunikationsgesetzes könnte das lokale Roaming noch kommen: Wenn man also von A nach B fährt durch eine menschenleere Gegend, wo nur ein Netzbetreiber Masten hat, dann könnten Kunden anderer Firmen mit dem Netz dieses Mastbetreibers verbunden werden. Auch hiervon sind Deutsche Telekom & Co. alles andere als begeistert. Bundesfinanzminister Olaf Scholz (SPD) teilt die Skepsis der Telekom dem Vernehmen nach teilweise – es knirscht also etwas in Berlin.

Wie genau läuft die Auktion ab?

Start ist am Dienstag um 10 Uhr. Die angemeldeten Bieter sind die Deutsche Telekom, Vodafone, Telefónica (O2) und Drillisch. Sie haben die Möglichkeit, vor Ort in dem Mainzer Technik-Standort der Bundesnetzagentur Angebote für die 41 verschiedenen Frequenzblöcke abzugeben. Das ist eine langwierige Sache – die vergangenen Auktionen dauerten drei bis sechs Wochen. Grund: Die Gemengelage verschiebt sich ständig. Erst wenn auf keinen einzigen Block mehr ein Angebot abgegeben wird, ist Schluss. Entscheidet sich eine Firma doch noch zu einem Gebot, geht es weiter – andere Bieter könnten dann wieder auf andere Blöcke setzen.

Wie viel Geld fließt wohl ins Staatssäckel?

Fachleute rechnen mit drei bis fünf Milliarden Euro. Das Geld will der Bund in den Digitalausbau stecken, etwa in eine bessere Ausstattung von Schulen. Die geradezu legendären Einnahmen aus der ersten großen Mobilfunkauktion im Jahr 2000, als rund 100 Milliarden D-Mark flossen, dürften bei Weitem nicht erreicht werden. Das ist auch gut so. Denn alle Seiten sind sich heute einig, dass die exorbitanten Staatseinnahmen damals ein Fehler waren – dadurch fehlte der Telekommunikationsbranche Geld für Investitionen und auch deshalb gab es mehr Funklöcher als gedacht.

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